Zwerge und Riesen


Das ist eine lustige Geschichte: Da schiesst Stefan Budmiger vom SC Cham seine Mannschaft mit einem sehenswerten Freistoss gegen Servette in die zweite Runde des Schweizer Cups – und wünscht sich bestimmt auch aus geographischen Gründen den FC Luzern zum kommenden Gegner. Und muss danach enttäuscht feststellen, dass nicht nur die Genfer keine Zukunft in diesem Wettbewerb mehr haben, sondern auch die „Leuchten“, die sich im Jura im Penaltyschiessen dem Erstligisten beugen mussten.

„Aufstand der Cup-Zwerge“ haben danach gelesen, und dabei ist die Frage aufgetaucht, ob man im gleichen Atemzug auch von einem „Sturz der Cup-Riesen“ reden darf, wenn Luzern und Servette straucheln. Einigen wir uns mal auf die eidgenössische Mitte: Es gab Riesen, die schon grösser und Zwerge, die schon kleiner waren.

Ganz bestimmt ist es jedoch kein Zufall gewesen, dass es Servette und Luzern getroffen hat und nicht den FC Thun, der zwar einen zwischenzeitlich 3:0-Vorsprung preisgegeben hatte. Luzern und Servette sind die beiden Teams, die auch in der Meisterschaft mehr Probleme haben, als sich die Verantwortlichen vor dem Start in die Spielzeit 2012/2013 erhofft hatten. Beide haben schon ihren Trainer gewechselt, und beide neuen Trainer müssen nun feststellen, dass entweder der Grundeindruck schon vor dem Personalwechsel nicht getäuscht hatte („die Mannschaft ist schlechter, als ich gedacht hatte“/Sébastien Fournier über Servette) oder dass die Neuzugänge keine Hilfe sind auf dem Weg zu den eigenen Zielen (Dimitar Rangelov, der Chancenvergeiger in Luzern).

So gesehen, haben sich tatsächlich nicht die Zwerge erhoben, sondern die „Grossen“ auch auf kleiner Bühne einen Einblick in ihr Innenleben geboten. Aber der nächste Trainerwechsel kommt so bestimmt wie die nächsten Cuprunden.

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