Wölfli, Stocker, Gavranovic und …?


Marcel Koller hat am Dienstag im Spiel gegen Deutschland für einen österreichischen Rekord gesorgt. Nicht was das Resultat betrifft, sondern die Anzahl der in der Startformation eingesetzten Auslandprofis: elf von elf Spielern waren es, die ihr Brot nicht in der heimischen Liga verdienen, sondern in Deutschland, Italien oder sonstwo, wo das Niveau besser ist als zu Hause. Fussballerisch und finanziell betrachtet, versteht sich.

Für uns Schweizer ist diese Nachricht zwar bis zu einem gewissen Grad interessant, aber so richtig aufhorchen lässt es uns nicht, dass eine Nationalmannschaft aus Auslandprofis zusammengestellt wird. Schliesslich sind wir ja ein Fussballer-Exportland und nicht Spanien, England oder Italien, wo die Top-Ligen so gut sind, dass man nicht verreisen muss. Werfen wir also einen Blick auf die Schweizer Aufstellung gegen Slowenien, so fällt auf, dass auch Ottmar Hitzfeld auf elf „Ausländer“ (gemeint sich nicht die albanischen Secondos) setzte. Und dass der Nationaltrainer gegen Albanien vor allem darum einen Schweizer (Valentin Stocker vom FC Basel) in die Startformation beordert hat, weil Tranquillo Barnetta, der Schalker, in Ljublijana vom Platz geflogen war.

Theoretisch könnte Hitzfeld in Sachen Auslandprofis auch aus dem Vollen schöpfen, wenn der eine oder andere Stammspieler mal nicht zur Verfügung steht. Einen Pirmin Schwegler werden wir vermutlich bald mal im Nationalteam wiedersehen. Ebenso natürlich den verletzten Philippe Senderos. Oder Timm Klose, Mario Eggimann, Albert Bunjaku, falls er mit Kaiserslautern den Wiederaufstieg schaffen sollte. Warten wir es also ab, ob sich die Schweiz für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert – und zählen dann die „Schweizer“ im Aufgebot. Wölfli, Stocker, Gavranovic und…? Ja, die Schweiz ist mehr denn je ein Fussballer-Exportland.

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