Hier ist Delgado,Teil III


Nun denn; es gab ja durchaus Gründe, sich etwas näher für Matias Delgado zu interessieren. Denn nun ist der Argentinier, den sie in Basel alle in so guter Erinnerung haben, tatsächlich zurück am Rheinknie. Für vier Jahre, ohne Transfersumme herausgelöst aus seinem noch bis 2015 laufenden Vertrag in den arabischen Emiraten beim Verein Al-Jazira (ein diplomatisches und verhandlungstechnisches Kunststück also). Es ist ein Transfer, der natürlich einerseits von sportlichen Argumenten begleitet ist (Murat Yakin: ein kreativer Spieler im Zentrum kann unserem Spiel gut tun). Aber selbstredend ist er, und das gehört eben in Basel zum Programm, auch von emotionalen Verbindungen geprägt. Delgado verkörpert in Basel, obwohl er schon sechs Jahre weg war, noch immer die Aura des schönen Spiels, des eleganten Fussballers mit dem goldenen Füsschen, mit dem Traumpass und der Fähigkeit, auch selbst erfolgreich in den Abschluss zu gehen. Doch wie bei der verlorenen Jugendliebe, die man Jahre später wieder trifft und hofft, das Feuer noch einmal entfachen zu können, stellt sich die Frage: wird es noch einmal sooo schön sein wie damals? Delgado ist nicht mehr der wilde 20-Jährige, er ist ein Jahrzehnt älter, gestählt von Einsätzen in der Türkei, geprägt vom Leben im arabischen Raum in einer Liga nicht gehobenster Qualität. Den Baslern wird es egal sein, Sportchef Georg Heitz wird sich an die Abende in der „Bodega“ am Barfüsserplatz erinnern, als eine kleine argentinische Enklave Basel zu ihrer zweiten Heimat erklärte. Ein Zufall ist es jedenfalls nicht, dass beim Transfer auch die ehemaligen Angreifer Christian Gimenez und Julio Hernan Rossi (Delgados Schwager und bald dreifacher Onkel) kräftig mitgemischt hatte. Die Familie ist wieder vereint.

Gleich für vier Jahre hat Matias Delgado in Basel unterzeichnet. Er wird am Ende der Laufzeit 34 Jahre alt sein. Am lautesten hat sich einer gefreut, der sich im ähnlichen Fussballeralter bewegt. Marco Streller hat manchen Mitstreiter früherer Spielergenerationen verloren in den letzten Jahren. Nun darf sich der fast schon väterliche Captain auf einen freuen, der ihm jene Pässe schlagen wird, die auch ihn nochmals auftrumpfen lassen könnten.

 

Kommentare sind geschlossen.