Was wäre wenn…?


Die Diskussionen laufen heiss rund um die Schweizer Nationalspieler mit kosovarischen Wurzeln. Die Tatsache, dass die FIFA darüber diskutiert, dem Kosovo die Mitgliedschaft zu verleihen und Teams des „Landes“ an offiziellen Wettbewerben teilnehmen zu lassen, hat die Angst geschürt, die betroffenen Schweizer Spieler wie Shaqiri, Xhaka und Behrami könnten quasi die Fronten wechseln und plötzlich unter der blauen Flagge des Herkunftslands ihrer Eltern kicken. Die Reaktion der Fussballer war sehr zurückhaltend; man müsse, so Shaqiri, für den Fall einer Anerkennung des Kosovo als „Fussballstaat“ die Lage „neu beurteilen“. Die Folge dieses Satzes waren eine gewisse Betriebsamkeit und – traurig – ein Freischalten gewisser Reflexe: „Dann sollen sie doch in den Kosovo gehen und für immer dortbleiben.“ So in diese Richtung.

Was aber soll man von der Geschichte wirklich halten? Weniger vermutlich, als man annehmen müsste. Vielmehr sollte man erstaunt sein, wie abgeklärt Jungprofis wie Shaqiri und Xhaka mit der Frage umgehen. Denn man stelle sich einmal vor, die beiden hätten erklärt, sie würden sicher nicht für ein Team Kosovo spielen, sondern nur für die Schweiz. Dann hätten wir alle vor dem wichtigen Spiel gegen Albanien einen Nebenschauplatz erhalten, der den Rot-Weissen ganz sicher nicht genützt hätte. Kaum zu schweigen von gewissen Motivationsargumenten für den Gegner und die gegnerischen Fans. Was die Schweizer Nationalspieler getan haben, war das einzig richtige: den Ball schön flachhalten. Aus diesem Grund werden Shaqiri und Xhaka auch nicht wild jubeln, wenn die Schweizer ein Tor gegen Albanien erzielen.

Tja, und dann wäre noch dies: Wenn die FIFA – was sie manchmal tut – ihren Statuten folgt, wird es für die Spieler gar keine Möglichkeit eines Nationenwechsels geben. Oder wie der „Blick“, nachdem er das Thema hochgekocht hat, seinen ehemaligen Sportchef Walter de Gregorio, der heute für die FIFA arbeitet, zitiert: „Ein Wechsel ist eher unwahrscheinlich, da gemäss der Statuten nur Spieler für ein neues Land spielen dürfen, wenn sie ohne Verschulden ihre Staatsbürgerschaft verloren haben. Das ist hier nicht der Fall.» Aber gut, haben wir darüber gesprochen.

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