Was hat noch Platz nach der Champions League?


Man kann es drehen und wenden, wie man will. Man kann Schweizer Elemente bevorzugt behandeln, die „Geilheit“ (Alex Frei) der Europa League herausstreichen und Argumente finden, dass der dänische Vertreter mit dem für unsere eidgenössischen  Zungen so schwer aussprechbaren Namen Nordsjaelland auch nicht toller sei als der FCB und YB – aber letztlich haben die beiden vergangenen Abende mal wieder gezeigt, wo die Musik spielt im europäischen Fussball: in der Champions League. Ein Spieltag ist die Liga der Sterne erst alt, und bereits hat sie wieder Stoff für zwei, drei Filme geliefert. Und im Unterschied zu früher sind selbst jene Teams von Beginn weg parat, die in der Vergangenheit noch darunter gelitten hatten, dass ihre Meisterschaft eben erst begonnen hat.

Singen wir also weiter das Hohelied auf die Champions League – und fragen uns, ob alles Zufall sein kann: Wenn zum Beispiel die beiden spanischen Topclubs Real Madrid und FC Barcelona nach kuriosem Spielverlauf einen 1:2-Rückstand noch in einen 3:2-Erfolg umwandeln. Und wenn nicht Hinz oder Kunz das Siegtor erzielen, sondern die Stars der Szene schlechthin – Ronaldo und Messi. Oder was soll man davon halten, dass alle drei deutschen Teams ihre Startspiele gewinnen, obschon sie allesamt einen Penalty verschossen haben in den ersten 90 Champions-League-Minuten der Saison? Zudem gab es keinen italienischen Sieg, wobei Milan nach seinem Ausverkauf der Stars weiter auf der Suche nach sich selbst ist. So wie Montpellier und Lille – oder der FC Basel, der an jenen Rumänen aus Cluj gescheitert war, die ihr Startspiel in Braga auf bewährte Kontermanier 2:0 gewonnen haben.

Das sind nur ein paar Elemente der ersten Champions-League-Runde, bevor die Schweizer Europa-League-Teams YB und FCB in ihren europäischen Herbst eingreifen werden. Die Gegner haben grosse Namen; Liverpool und Sporting Lissabon. Aber es gibt halt auch für sie Gründe, warum sie nicht in der Champions League mitspielen dürfen in diesem Jahr. Und so muss theoretisch doppelt so viel passieren in der Europa League, dass wir neben den Storys aus der Champions League auch noch an das Geschehen im anderen Europacup denken. So ist nun mal die Realität in unserer überfluteten Fussball-Reizwelt.

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