Verrückte Spiele gegen EURO-Gegner


Die drei Gegner der Schweiz an der EURO 2016 sind bekannt: Albanien, Rumänien und zum Abschluss der Vorrunden-Gruppe A Gastgeber Frankreich. „rotweiss“ hat im Archiv nach historischen, verrückten oder grossartigen Begegnungen mit diesen Teams gesucht – und ist natürlich fündig geworden.

 

Länderspielbilanz gegen Albanien

6 Länderspiele (3 Home, 3 Away)
5 Siege, 1 Unentschieden, 0 Niederlagen, 11:4-Tore

Es war am 11. April 1965, als sich die Schweiz und Albanien erstmals überhaupt in einem Länderspiel gegenüberstanden. Es ging um die Qualifikation für die WM 1966 in England, über 17’000 Zuschauer kamen ins Stadiumi Kombetar Quemal Stafa in Tirana. Dr. Alfredo Foni war der italienische Nationaltrainer der Schweizer, auch der Schiedsrichter war ein Italiener. Und dieser diktierte in der 90. Minute einen Foulpenalty für die Schweiz, den Köbi Kuhn, der junge Stratege im Schweizer Mittelfeld, zum 2:0 verwerten konnte. Nur drei Wochen später, am 2. Mai 1965, kam es in der Genfer Charmilles zum Rückspiel. Hier kamen sogar 24’000 Zuschauer – und wieder sollte ein Foulpenalty die Entscheidung bringen. Köbi Kuhn verwertete diesmal schon in der 10. Minute, der Schweizer Keeper Charly Elsener blieb in beiden Partien ohne Gegentor – und so war die Basis gelegt für die erfolgreiche WM-Qualifikation 1966. Es sollte die letzte für 28 Jahre bleiben – und es sollte ganze 37 Jahre dauern, ehe die Schweiz wieder auf Albanien traf. Diesmal in der EM-Qualifikation 2004. Das Spiel in Tirana endete 1:1, Murat Yakin traf für die Schweiz, Murati für Albanien. Es ist der bisher einzige Punktverlust der Schweizer in sechs Vergleichen mit Albanien.

 

WM-Qualifikation 1966, Gruppe 5
Albanien – Schweiz 0:2 (0:1)

11. April 1965. – Stadiumi Kombetar Qemal Stafa,
Tirana. – 17 291 Zuschauer. – SR Sbardella (It). –
Tore: 33. Quentin 0:1. 90. Kuhn (Foulpenalty) 0:2.
Albanien: Janku; Deliallisi; Halili, Frashëri, Mema;
Shllaku, Vorfi, Bushati, Haxhiu; Pano, Xhaçka.
Schweiz: Elsener; Schneiter; Grobéty, Tacchella,
Xavier Stierli; Dürr, Hosp, Kuhn, Daina; Quentin,
Schindelholz. – Nationaltrainer: Dr. Alfredo Foni.
Bemerkung: Erstes Länderspiel gegen Albanien.

 

Länderspielbilanz gegen Rumänien

12 Länderspiele (7 Home, 4 Away, 1 Neutral)
4 Siege
3 Unentschieden
5 Niederlagen
19:15-Tore

Schweiz gegen Rumänien – da schweift der Blick schon fast automatisch zurück auf die WM 1994. Es war der perfekte Nachmittag im geschlossenen Pontiac Silverdome von Detroit, als die von Roy Hodgson gecoachten Schweizer an ihrer ersten WM seit 1966 nach dem 1:1 im Auftaktspiel gegen die USA in ihrer zweiten Gruppenpartie Rumänien nach Strich und Faden auseinanderpflückte. Es war ein grosses Rumänien, jenes der goldenen Generation, mit Georghe Hagi, mit Spielern wie Lupescu, Petrescu, Munteanu, Popescu oder Raducioiu. Zur Pause stand es nach Toren von Alain Sutter und Hagi noch 1:1, dann gelangen den Rot-Weissen innert 20 Minuten drei Tore, zwei von Adrian Knup und eines von Stéphane Chapuisat. Es war ein historisches Spiel, vielleicht das beste WM-Spiel der Schweizer in der jüngeren Zeit. Den Rumänen sass der Schock wohl so tief, dass es 18 Jahre dauerte, ehe sich die beiden Teams im Mai 2012 wieder zu einem Länderspiel trafen. Es war in Luzern, es war die Premiere des heutigen Nationaltorhüters Yann Sommer im Schweizer Tor und es setzte eine 0:1-Niederlage ab. Der erste Vergleich gegen Rumänien geht auf das Jahr 1933 zurück, damals ging es um die Qualifikation für die WM 1934 in Italien. Im Wankdorf konnten die Schweizer einen 0:2-Rückstand wettmachen und noch ausgleichen. Weil die Rumänen jedoch mit Iliu Baratky einen Spieler einsetzten, der zuvor schon für Ungarn aufgelaufen war, wurde die Partie nachträglich von der FIFA mit einem 2:0-Forfait für die Schweiz gewertet. Nur das ermöglichte den Rot-Weissen auf Kosten der Rumänen ihre erste WM-Teilnahme der Geschichte.

 

WM 1994, Endrunde, Gruppe A
Rumänien – Schweiz 1:4 (1:1)

22. Juni 1994, 16.00 Uhr (Ortszeit). – Pontiac
Silverdome, Detroit/USA. – 61 428 Zuschauer. –
SR Neji Jouini (Tunesien). – Tore: 16. Sutter 0:1.
35. Hagi 1:1. 52. Chapuisat 1:2. 65. Knup 1:3.
72. Knup 1:4.
Rumänien: Stelea; Mihali, Belodedici, Lupescu
(85. Panduru), Prodan; Petrescu, Popescu, Munteanu;
Dumitrescu (72. Vladoiu), Hagi; Raducioiu.
Schweiz: Pascolo; Hottiger, Geiger, Herr, Quentin;
Ohrel (82. Sylvestre), Bregy, Sforza, Sutter
(70. Bickel); Knup, Chapuisat. – Nationaltrainer:
Roy Hodgson.
Bemerkungen: Nicht eingesetzte Schweizer
Ersatzspieler: Lehmann, Brunner, Egli, Subiat,
Grassi, Fournier, Rueda, Studer, Wyss. – 16. Tor
von Alain Sutter wegen Positionsoffside annulliert.
– Platzverweis: 73. Vladoiu (grobes Foul an
Ohrel). – Verwarnungen: 32. Mihali, 40. Lupescu,
47. Belodedici (alle wegen Foul).

 

Länderspielbilanz gegen Frankreich

37 Länderspiele (19 Home, 15 Away, 3 neutral)
12 Siege
9 Unentschieden
16 Niederlagen
60:67-Tore

Auf französischem Boden realisierte die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft zwei ihrer grössten Erfolge. 1924 in Paris drang sie bis in den Final des Olympischen Turniers vor und wurde inoffizieller Europameister, 1938 gelang ihr im Parc des Princes in zwei Spielen gegen Deutschland der grosse Erfolg im Achtelfinal. Die letzten drei Turniere in Frankreich, die WM 1998 und die EM-Endrunden 1960 und 1984, fanden jedoch ohne die Schweiz statt. Begegnungen zwischen der Schweiz und Frankreich gabs jedoch etliche in jüngerer Fussballzeit. 2004 an der EURO in Portugal ein 1:3 mit Johan Vonlanthen als jüngstem EM-Torschützen aller Zeiten, in der WM-Qualifikation 2006 zwei vielbeachtete Unentschieden, genauso wie an der Endrunde 2006 in Deutschland beim Startspiel in Stuttgart (0:0). Und zuletzt natürlich das bittere 2:5 an der WM 2014 in Brasilien. Der letzte Sieg gegen Frankreich ist nicht ohne Bedeutung für den Schweizer Fussball. Er gelang am 27. Mai 1997 auf der Lausanner Pontaise unter Trainer Roy Hodgson – und der stand nach zwei Niederlagen in Irland und zuhause gegen Bulgarien vor nur gerade 2000 Zuschauern nach wenigen Monaten im Amt schon mächtig unter Druck. Das von ihm lancierte Comeback von Georges Bregy gab viel zu reden, doch letztlich zog Hodgson auch dank zwei Toren von Christophe Bonvin, dem Walliser Weinbauer, mit einem Achtungserfolg den Kopf aus der Schlinge und konnte so seinen Triumphzug Richtung WM 1994 starten.

 

Testspiel
Schweiz – Frankreich 2:1 (1:1)

27. Mai 1992. – Stade de la Pontaise, Lausanne.
– 21 000 Zuschauer. – SR Wieser (Ö). – Tore:
20. Divert 0:1. 28. Bonvin 1:1. 72. Bonvin 2:1.
Schweiz: Huber; Hottiger, Geiger (39. Herr), Egli,
Studer (33. Ohrel); Brégy, Sforza, Bickel (71. Alain
Sutter), Beat Sutter (83. Knup); Bonvin, Chapuisat.
– Nationaltrainer: Roy Hodgson.
Frankreich: Martini; Angloma, Boli (46. Silvestre),
Blanc, Casoni (46. Petit); Durand, Deschamps
(46. Fernandez), Sauzée (71. Garde), Perez (46.
Vahirua); Divert, Cantona (46. Cocard). – Trainer:
Michel Platini.
Bemerkungen: Schweiz ohne Türkyilmaz
(nicht im Aufgebot), Pascolo (nicht eingesetzt).
Comeback von Georges Bregy im Nationalteam;
Frankreich ohne Papin (wegen einer leichten
Knöchelverletzung geschont). 39. Geiger verletzt
ausgeschieden. – Verwarnungen: 41. Casoni,
75. Sforza (beide Foul).

Quelle: www.fussball-schweiz.ch

 

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