Souveräner Test gegen Japan


Das Wetter zeigte sich von der freundlichen Seite, das Cornaredo war ausverkauft, alle 23 WM-Fahrer der Schweizer Delegation standen für einen letzten Test gegen das Nationalteam Japans zur Verfügung. Granit Xhaka, der sich eine Woche zuvor hier am Knie verletzt hatte, zog wieder die Fäden im Mittelfeld, Roman Bürki durfte das Tor hüten, dazu erhielt Mario Gavranovic in der Sturmspitze von Anfang an seine Chance.

Es gab im Grunde drei markante Szenen an diesem Abend. Vor dem Spiel die Ehrung des Schweizer Captains Stephan Lichtsteiner für sein 100. Länderspiel (vgl. Seite 60), während dem Spiel die beiden Tore für die Rot-Weissen. Das erste fiel kurz vor der Pause, als Breel Embolo, von seinem aus Kamerun angereisten Vater und seiner ganzen Familie im Stadion beobachtet und als linker Flügel tätig, in den Strafraum eindrang und dort dem japanischen Innenverteidiger Maya Yoshida auf den Fuss trat. Dadurch kam Embolo zu Fall, und der französische Schiedsrichter Amaury Delerue wertete das als Foulspiel gegen den Schweizer. All die Zeitlupen und Proteste nützten nichts, an der Penaltyentscheidung war nicht mehr zu rütteln. Und wie schon im WM-Playoff gegen Nordirland lief wiederum Ricardo Rodriguez an und schoss mit dem linken Fuss ausgesprochen platziert ins innere Seitennetz zur Schweizer Führung.

Diese war verdient, ohne Zweifel, Mario Gavranovic hatte zwei gute Gelegenheiten gehabt, war aber einmal zu spät und einmal mit einem Kopfball, der an einer japanischen Schulter hängenblieb, nicht vom Glück begünstigt. Auch Embolo kam nach einem von Gavranovic verlängerten Ball mit seinem Kopfball nicht mehr um den linken Torpfosten herum.

Die zweite Hälfte brachte die schönste Kombination der Partie. Aus dem eigenen Strafraum kombinierten sich die Schweizer nach vorne, Steven Zuber fand mit einem langen Pass Xherdan Shaqiri, dieser nutzte Blerim Dzemaili zum Doppelpass, hob den Ball weit auf den mittlerweile nachgerückten François Moubandje, der wiederum zu Haris Seferovic passte, der wenige Meter vor dem Tor keine Mühe hatte.

Das Tor zeigte, dass die Schweizer Lösungen für die Offensive haben, dass sie Alternativen haben, dass sie gegen einen Gegner, der immerhin auch WM-Teilnehmer ist, nicht viel anbrennen lassen. Das gibt die nötige Zuversicht für die WM – und ein zufriedener Vladimir Petkovic durfte feststellen, dass sein Team auf dem richtigen Weg ist und die letzte Vorbereitungswoche in Russland dazu nutzen kann, an der Spritzigkeit und an den Finessen zu arbeiten.

Telegramm
Schweiz – Japan 2:0 (1:0)
8. Juni 2018, 19.00 Uhr. – Stadio Cornaredo, Lugano. – 7010 Zuschauer (ausverkauft). – SR Delerue (Fr). – Tore: 42. Rodriguez (Foulpenalty/Foul an Embolo) 1:0. 82. Seferovic (Moubandje) 2:0.
Schweiz: Bürki; Lichtsteiner, Schär, Akanji (46. Elvedi), Rodriguez (73. Moubandje); Behrami, Xhaka; Shaqiri (83. Drmic), Freuler (64. Dzemaili), Embolo (64. Zuber); Gavranovic (64. Seferovic).
Japan: Kawashima; Gotoku Sakai (56. Hiroki Sakai), Yoshida, Makino, Nagatomo; Hasebe; Haraguchi, Honda (76. Kagawa), Oshima (70. Shibasaki), Usami (55. Inui); Osako (40. Muto).
Bemerkungen: Schweiz komplett. Nicht eingesetzte Schweizer Ersatzspieler: Sommer, Mvogo; Gelson Fernandes, Djourou, Lang, Zakaira. – Stephan Lichtsteiner vor der Partie von SFV-Präsident Peter Gilliéron für sein 100. Länderspiel geehrt. – 37. Kopfball Embolos an den Aussenpfosten. – Verwarnungen: 14. Behrami (Foul). 74. Shibasaki (Foul). 78. Hasebe (Foul).

 

 

Kommentare sind geschlossen.