Rock, Schock, Schottenrock


Sind Sie auch so schockiert? Wir können kaum mehr still halten vor lauter Schüttelfrost. Mit den Temperaturen hat das nicht zu tun, obwohl es schockierend kalt ist für die Jahreszeit. Nein, die tägliche Boulevard-Lektüre setzt uns unter Dauerschock. Der Suchbegriff „Schock“ auf www.blick.ch bringt 3700 Treffer. Wir sind schockiert, weil unser Blut in den Kapillaren nicht mehr so will. Die Sauerstoffversorgung ist unterentwickelt, der Stoffwechsel gerät durcheinander, unser Zustandsbild ist lebensbedrohlich – so lässt sich der Schock in etwa medizinisch umschreiben. Nun wollen wir also einen Blick auf all die lebensbedrohlichen Umstände werfen, die die Redaktoren beim Betrachten schockierender Umstände auf den Fussballplätzen (und darum herum) erkannt haben:

„Serey-Schock“ im Training (Originalschlagzeile vom 26. November 2013, 00.24 Uhr)
Der Mittelfeldspieler des FC Basel, Geoffrey Serey Die, hat sich erlaubt, nur in Turnschuhen um den Platz zu traben. Shocking!

„FCZ-Schock“ Alain Nef fällt vier Monate aus (Originalschlagzeile vom 22. November 2013)
OK, schon bedrohlicher. Ein Einriss in der linken Achillessehne ist keine schöne Sache. Aber sterben muss daran niemand.

„Schock für Bayern“ Ribéry fäll für Dortmund-Spiel aus (Originalschlagzeile vom 21. November 2013)
Wirklich schlimm. Das Bayern-Kader hats weggesteckt, 3:0 gewonnen. Irgendwie fiel gar nicht auf, wer fehlte, sondern wer da war. Naja.

„Bebbi-Schock“ FCB-Diaz für Rest der Vorrunde out!“ (Originalschlagzeile vom 21. November 2013 = Doppelschock)Ein Rippenbruch ist nicht so schön, klar. Aber der Trainer hat auf Diaz ja gegen Steaua Bukarest auch schon freiwillig verzichtet.

„Schock für den Bachelor – Kandidatin schwanger“ (oh, sorry, das gehört natürlich nicht hierhin, der Schock wirkt eben schon…)

„Schock-Rücktritt von Hitzfeld – Das sagen die Nati-Stars“ (Originalschlagzeile vom 18. Oktober 2013)Wenn wir den Nationalcoach jetzt nicht ganz falsch verstanden haben, war die Rücktrittsentscheidung eher eine lebenserhaltende denn eine lebensbedrohende Massnahme…

„Out mit Knie-Verletzung – Schwegler-Schock für die Nati!“ (Originalschlagzeile vom 5. September 2013)Und die FIFA glaubt, mit ein paar Lohnersatzfranken aus ihrer neuen Versicherung sei der Schock zu dämmen…

„FCB-Schock – Streller kaputt!“ (Originalschlagzeile vom 20. August 2013)
Die Wade der Nation. Die ganze Fussballschweiz zittert, lesen wir. Aber, oh Schock, der „Stock“ spielt ein paar Tage später schon wieder mit.

Ein schickes Leben führen die Fussballer fürwahr nicht. All diese Rocks und Schocks, da nützen die ganzen Schecks nichts. Wussten Sie übrigens, dass die Schotten unter ihrem Rock nichts tragen. Shocking, isn’t it? Schock unter dem Rock quasi. Manchmal denkt man, auch die Schlagzeilenproduzenten tragen nichts drunter, aber im Stockwerk, pardon Schockwerk, ganz oben unter der Schädeldecke.

Wir wünschen einen kapillaren Abend.

 

 

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