Mein System heisst „Mannschaft“


Nach einem Jahr im Amt ist Vladimir Petkovic statistisch gesehen der erfolgreichste Schweizer Nationaltrainer aller Zeiten. Mit einem Punktedurchschnitt von 1,88 Zählern pro Partie übertrifft er sogar Roy Hodgson und Ottmar Hitzfeld. Natürlich – die Schweiz konnte zuletzt in den Partien gegen San Marino, Litauen oder Lettland kräftig durchpunkten, und noch hat der Tessiner Trainer noch nichts erreicht. Im „rotweiss“-Interview zeigt er sich jedoch zuversichtlich, dass die Schweizer Fussballer im September die Bewährungsprobe mit den EURO-Qualifikationsspielen gegen Slowenien und England bestehen wird.

Petkovic stärkt dabei seinem Captain Gökhan Inler den Rücken: „An seiner Situation im Nationalteam hat sich nichts geändert. Jeder Spieler hat im Verlauf einer Saison Höhen und Tiefen.“ Auch Xherdan Shaqiris Lage mit zuletzt wenig Einsätzen bei Inter Mailand relativiert der Nationalcoach: „Im Nationalteam hat sich bisher nie negativ ausgewirkt, wenn jemand aufgelaufen ist für die Schweiz, der im Club zuvor nicht alle Spiele absolviert hatte.“

Dass er nach einem schwierigen Start mit den Niederlagen gegen England und Slowenien im Herbst 2014 mittlerweile Personal, System und Stilsicherheit gefunden habe, kommentiert Petkovic nüchtern: „Meine Philosophie basiert ganz simpel darauf, dass ich meine Teams so aufstelle und ausrichte, dass die Topqualitäten der Spieler möglichst gut zur Geltung kommen. Wir wollen eine hohe taktische Flexibilität im offensiven wie im defensiven Verhalten. Das ist für mich ganz, ganz wichtig. So gesehen heisst mein bevorzugtes Spielsystem ganz einfach „Mannschaft“.

In der „rotweiss“-Ausgabe 8-2015 gibt es viele weitere Namen, Geschichten, Interviews und Hintergründe: über Fabian Schär und sein neues Leben in Hoffenheim, über Eren Derdiyok, der in der Türkei an alte Stärke anknüpfen möchte, über den Berner Ahmed Mohamed, der als Nationaltrainer der US Virgin Islands viel bewegt, über Christian Gross, der sich mit seinem saudi-arabischen Team Al-Ahli in der Schweiz auf die neue Saison vorbereitet, über Eseosa Aigbogun, die erste Schweizer WM-Torschützin, über den FC Hausen am Albis, der über die Fairplay-Wertung zu einem Cup-Spiel gegen den FC St. Gallen gekommen ist und vieles mehr.

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