Kielholz, Leopold


Alias: "Poldi"
Geburtstag: 9. Juni 1911
Todestag: 4. Juni 1980
Position: Stürmer, später Verteidiger
Nationalmannschaft: Erstes Länderspiel: 9. November 1933 gegen Deutschland in Zürich (0:2)
Letztes Länderspiel: 8. Mai 1938 gegen Belgien in Lausanne (0:3)
Länderspiele: 17
Tore: 12
WM-Teilnahmen: 1934, 1938
Stationen: 1925–1927 FC Black Stars Basel
1927–1928 BSC Old Boys Basel
1928–1930 FC Black Stars Basel
1930–1932 FC Basel
1932–1935 Servette FC
1935–1936 FC Bern (Spielertrainer)
1936 Stade Reims/Fr (Spielertrainer)
1936–1937 FC St. Gallen
1938–1947 FC Young Fellows Zürich
Erfolge: Schweizer Meister 1933, 1934 (mit Servette FC)
Schweizer Cupfinalist 1934 (0:2 gegen GC)
Schweizer Torschützenkönig 1934 (40 Tore)
223 Spiele in der NLA, 123 Tore
  • Kielholz gehörte zu den besten Offensivspielern seiner Zeit. Sein Markenzeichen war neben der Treffsicherheit seine dicke und kreisrunde Hornbrille, die er während den Spielen trug
  • 1932 wechselte Kielholz zum Servette FC nach Genf und dessen Trainer Karl Rappan. Auf Anhieb gelang der Meistertitel, dem in den folgenden beiden Jahren jeweils die Titelverteidigung folgte. Servette erreichte so mit Kielholz sein einziges Meister-Triple der Vereinsgeschichte
  • In der Saison 1933/1934, der ersten der neu geschaffenen Schweizer Nationalliga, erzielte Leopold Kielholz für den Servette FC 40 Saisontore und wurde Torschützenkönig. Diese Ausbeute ist bis heute in de obersten Schweizer Spielklasse unerreicht.
  • Im November 1933 debütierte er in der Nationalmannschaft. Zwischen 1933 und 1935 wurde er im Rahmen des Europapokals der Nationalmannschaften, der damals zwischen den Teams Italiens, Österreichs, Ungarns, der Tschechoslowakei und der Schweiz ausgerichtet wurde, mit sieben Toren aus fünf Partien Torschützenkönig. Beim 2:2 gegen Tschechien und beim 6:2-Sieg gegen Ungarn am 14. April 1935 traf er jeweils doppelt.
  • An der WM 1934 war er im Achtelfinal gegen Holland der erste WM-Torschütze der Schweizer Fussballgeschichte. Zum 3:2-Erfolg der Schweizer steuerte er noch einen zweiten Treffer bei. Im Viertelfinal unterlag die Schweiz dann trotz des nächsten Kielholz-Tores zum 1:0 Tschechien mit 2:3
  • Nach dem dritten Meistererfolg in Serie übernahm Kielholz 1935 das Amt des Spielertrainers beim FC Bern
  • Ein Wechsel ins Ausland, zu Stade Reims nach Frankreich, war nicht von Erfolg gekrönt. Der Club aus der Champagne entging – bis Ende 1936 mit Kielholz als Spielertrainer – nur dank einer Ligaorganisation dem Abstieg
  • Kielholz schloss sich ab Anfang 1937 nach der vorzeitigen Rückkehr in die Schweiz dem FC St. Gallen an, mit dem er aus der höchsten Spielklasse absteigen musste
  • Am 1. Mai 1938 hatte er, obwohl ohne persönlichen Treffer, grossen Anteil am entscheidenden WM-Ausscheidungsspiel in Mailand gegen Portugal, in dem sich die Schweiz mit einem 2:1-Erfolg das Ticket für die Endrunde in Frankreich sicherte. Kielholz machte danach noch zwei Partien, fehlte beim legendären 2:1 am 21. Mai 1938 in Zürich gegen England, der Hauptprobe für die WM. Dort stand er  zwar noch einmal im Aufgebot von Trainer Karl Rappan, wurde aber in keinem Spiel eingesetzt.
  • Die letzten Jahre seiner Karriere verbrachte er beim FC Young Fellows Zürich, dort nach einer ersten Saison nicht mehr als Stürmer mit Übersicht, sondern als Verteidiger mit Umsicht
  • Nach seiner Spielerkarriere übernahm er, Inhaber der Handelsmatura, die Leitung der Personalabteilung in einem Zürcher Warenhaus und entschloss sich nach einem Jahr Pause in der Saison 1944/45 noch einmal zu einem kurzzeitigen Comeback, das allerdings nur vier Spiele umfasste
  • Zweimal war er später als Mitglied der Selektionskommission für die Schweizer Nationalmannschaft mitverantwortlich, zwischen 1950 und 1953 sowie zwischen 1954 und 1958.