Inler wie Egli und Minelli


Dass die Schweizer Nationalmannschaft seit der Jahrtausendwende viele Beiträge für die Schweizer Fussballgeschichte schreibt, ist nicht zu übersehen. Fast mit jedem Spiel werden neue Marken gesetzt – und am Dienstag Abend steigt gegen Polen das 750. Länderspiel seit der Premiere 1905 in Frankreich. Zufall oder nicht – bis zum vergangenen Samstag warens auch exakt 750 Nationalspieler, die je das rot-weisse (manchmal auch weisse, blaue oder sogar goldene) Trikot der Schweiz getragen haben. Seit dem 4:0 gegen Litauen sind es zwei Internationale mehr: Jacques François Moubandje und Marco Schönbächler feierten ihr Debüt. Und gegen Polen wird nach der vorzeitigen Abreise von Yann Sommer mit Sicherheit ein weiterer Neuling im Schweizer Tor stehen: weder Marwin Hitz noch Roman Bürki (und natürlich auch nicht Yvon Mvogo) haben bislang für die oberste Schweizer Auswahl gespielt.

Ein anderes Jubiläum ist im Regen von St. Gallen am Samstag fast etwas untergegangen. Gökhan Inler spielte zum 80. Mal für die Schweiz – er schliesst damit zu prominenten Vorgängern wie Severino Minelli und Andy Egli auf. Minelli, der elegante Verteidiger der Grasshoppers, war über viele Jahre der Schweizer Rekordnationalspieler gewesen. Heute ist es Heinz Hermann mit 118 Kappen. Und Egli kam im Rahmen der Aufbereitung eines 544 Seiten starken Goldenen Buches des Schweizer Fussball, das in diesem Dezember erscheinen wird, zu drei zusätzlichen Länderspielen. Seinen bislang selbst mitgezählten 77 Partien musste noch das nachträglich offizialisierte Spiel im Frühjahr 1982 gegen Liechtenstein angefügt werden – und zwei Spiele, die man früher nicht gezählt hatte. Der SFV kannte Zeiten, in denen er Länderspiele für die Spieler nur dann statistisch erfasste, wenn ein Einsatz mindestens 45 Minuten betrug. Als dann aber Ruedi Elsener einmal mit nur einem halbstündigen Einsatz ein Tor gelang, wurde einem die Unsinnigkeit dieser Bestimmung bewusst. Der Torschütze hätte eigentlich gemäss Statistik gar nicht gespielt… So wurden alle Teileinsätze nachträglich wieder aufgrechnet, doch es ging der eine oder andere vergessen, darunter auch zwei aus den Anfangszeiten der Länderspielkarriere von Andy Egli. Er trägt nun ab sofort – und völlig zurecht – ebenfalls 80 Kappen.

Gökhan Inler könnte übrigens jener Spieler sein, der wieder einmal die 100-Länderspielmarke erreicht. Das ist bislang erst drei Schweizern gelungen, neben Heinz Hermann waren das Alain Geiger (112) und Stéphane Chapuisat (103).

Die Geschichte geht also weiter – und wir zählen munter mit.

 

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