Im 100er-Club


Nur drei Schweizer Fussballer haben in ihrer Karriere mehr als 100 Länderspiele gemacht: Heinz Hermann (117), Alain Geiger (112) und Stéphane Chapuisat (103). Am Mittwoch des 4. März 2015 wird der kleine, aber exklusive Schweizer Hunderterclub um zwei Mitglieder reicher, zwei weibliche, um exakt zu sein. Caroline Abbé, Captain des Schweizer Frauen-Nationalteams, und ihre Kollegin Martina Moser, werden im Länderspiel gegen Island im Rahmen des Algarve-Cups, jeweils ihr 100. Länderspiel bestreiten, vorausgesetzt, sie werden von Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg auch eingesetzt.

Das ist ein Meilenstein im Schweizer Frauenfussball und unterstreicht die Tatsache, dass sich die Schweiz im Frauenfussball in einer aussergewöhnlichen Spielerinnengeneration bewegt. Erstmals können die rot-weissen Frauen im Sommer an einer WM-Endrunde teilnehmen und erhoffen sich in Kanada die Qualifikation für die Achtelfinals – und erstmals wurden sie in diesem Jahr auch zum Algarve-Cup, dem bestbesetzten Frauen-Frühjahrsturnier der Welt, eingeladen. Zufall ist das alles nicht, es sind Früchte der seit der Jahrtausendwende intensivierten Bemühungen der Frauenfussballförderung in der Schweiz. Mit der Eröffnung des Ausbildungszentrums in Huttwil setzte der Schweizerische Fussballverband ein erstes Zeichen für mehr Qualität, viele Vereine folgten dem Beispiel, die FC Zürich Frauen vertreten die Schweiz in der UEFA Women’s Champions League stark, 19 Schweizer Fussballerinnen spielen mittlerweile im Ausland, in den besten Ligen der Welt, allein 14 in der Bundesliga.

Caroline Abbé und Martina Moser, ihre Jubiläen zum 100. Länderspiel weisen unübersehbar darauf hin, sind Urgesteine im Schweizer Nationalteam. Sie machten die ganze Entwicklung der vergangenen Jahre durch und prägten mit ihrer Einstellung, ihrer Leistungsbereitschaft und ihrem fussballerischen Können die Entwicklung mit. Genauso wie Lara Dickenmann, die mit aktuell 94 Länderspielen für die Schweiz noch dieses Jahr die 100er-Marke ebenfalls überschreiten wird. Auch Ramona Bachmann und Ana Maria Crnogorcevic, zwei weitere Persönlichkeiten im Schweizer Frauennationalteam, werden bis zum Ende ihrer Karriere die 100er-Marke kratzen. Sie werden wohl auch länger auf höchstem Niveau gefragt sein, als das bei ihren männlichen Kollegen der Fall ist. Dort hat es seit Stéphane Chapuisat nie mehr einer in die Nähe der 100er-Marke geschafft. Aus dem aktuellen Nationalteam wird es am ehesten Gökhan Inler schaffen können, der allerdings bei der SSC Napoli schwierige Zeiten durchmacht.

 

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