Heusler analysiert Umfeld des Nationalteams


Der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) hat nach einer ersten Analyse entschieden, die bestehenden Strukturen vertieft und mit externer Hilfe zu überprüfen. Ziel ist es, mit den Optimierungen dafür zu sorgen, dass das A-Nationalteam weiterhin erfolgreich ist. Peter Gilliéron, der wie geplant seine Amtszeit zu Ende führt und im Mai 2019 nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung steht, informierte im Rahmen einer Medienkonferenz im Haus des Sports in Ittigen über die bisher erfolgte WM-Analyse des SFV. Er nannte vier Entwicklungsstränge, die zu einer Art Zäsur nach der Endrunde in Russland geführt hätten:

  1. Die Strukturen des Nationalteams haben nicht mit dessen sportlicher und wirtschaftlicher Entwicklung mitgehalten.
  2. Die Kommunikation wird den Ansprüchen der heutigen Medienrealität nicht mehr im erforderlichen Mass gerecht.
  3. Die heutige Nationalspieler-Generation unterscheidet sich stark von früheren, nicht bloss weil sie auch in den sozialen Netzwerken sehr aktiv ist.
  4. Die gesellschaftspolitischen Fragestellungen erfassen den Fussball immer häufiger und immer stärker.

Gilliéron sagte: «Der SFV steht gesamthaft gut da. Aber wir anerkennen selbstkritisch, dass wir gewisse Entwicklungen verpasst haben. Dafür übernehme ich die Verantwortung. Wir müssen, wollen und werden darum die vier eruierten Themenfelder aktiv bearbeiten und Massnahmen zur Optimierung bestimmen sowie umsetzen.»

Mit der Beratung des Zentralvorstands bei der Bewältigung dieser Aufgaben wurde am heutigen 24. August 2018 die Firma HWH von Bernhard Heusler beauftragt. Dieser wird als Mitglied des Zentralvorstands während seiner befristeten Mandatierung an den ZV-Sitzungen punktuell in den Ausstand treten, aber mit allen ZV-Mitgliedern eng zusammenarbeiten. Heusler selber sagt: «Ich übernehme diese Verantwortung gern und wir werden uns sofort an die Arbeit machen. Wir werden die Schnittstellen zum A-Nationalteam sowie die einzelnen Funktionen auf der Basis von intensiven Interviews überprüfen, damit wir möglichst alle relevanten Punkte bezüglich Organisation und Struktur analysieren können; der ZV wird regelmässig über unsere Arbeiten auf dem Laufenden gehalten, um abschliessend dem Gremium Grundlagen und Vorschläge für mögliche Massnahmen zu unterbreiten.»

Im Rahmen des Medientermins zog Nationalcoach Vladimir Petkovic WM-Bilanz, verbunden mit einem Ausblick auf die im September startenden UEFA Nations League und die im März 2019 beginnende Qualifikationsphase für die EURO 2020. Petkovic, der erste Schweizer Nationalcoach, der zweimal in Folge an einer Endrunde die Achtelfinals erreichte, wertete die WM-Kampagne positiv, «obwohl wir den angestrebten Exploit verpassten», und blickte in die Zukunft: «Wir wollen alles dafür tun, dass die Schweiz unter den Top 12 von Europa bleibt.» Dafür sollen auch einige neue Kräfte sorgen. Die Botschaft von Petkovic ist klar: «Die Türe zum Nationalteam ist offen – für alle, die zeigen, dass sie eine Verstärkung sein können.»

Quelle: SFV

 

Kommentare sind geschlossen.