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Nun sind sie also wieder Tabellenerste – die Spieler des FC St. Gallen. 2098 Tage nach der letzten Spitzenposition im Oktober 2006. Und zwölf Jahre nach ihrem sensationellen Meistertitel im Jahr 2000. Unter Marcel Koller, dem heutigen Nationaltrainer von Nachbar Österreich. Damals wie heute hiess es: naja, die werden dann irgendwann einbrechen. Die Qualität reicht ja nicht aus, um die Konkurrenz dauerhaft auf Distanz zu halten. Heute ist die Situation fast noch exponierter als damals: die Ostschweizer sind eben nach einem „Zwischenjahr“ wieder aus der Challenge League zurückgekehrt – und sie haben eine ihrer Schlüsselfiguren, Philipp Muntwiler, verloren. Für einmal sorgte Heinz Peischl, der Sportchef der Ostschweizer, nicht für einen Transferwirbel, wie er sie früher in St. Gallen und Thun in Schwung gebracht hatte und damit in erster Linie sich selbst schadete, sondern für gezielte Verstärkungen. Jeff Saibene hatte die Grösse, über die Pfiffe des eigenen Publikums bei der Aufstiegsfeier (?) hinwegzuhören und unbeirrt seinen Weg zu gehen. Nun hat er ein Team, das funktioniert, das leidenschaftlich kämpft – und das im Gegensatz zur Konkurrenz, die mit weit mehr finanziellem Aufwand arbeitet, nichts zu verlieren hat.

Bloss der Aufstiegsschwung ist es nach acht Runden nicht mehr, der die Ostschweizer an die Tabellenspitze der Super League geführt hat. Glück allein wirds auch nicht sein. Der Einbruch, ja, der kommt bestimmt, jetzt viellicht, während der Nationalmannschaftspause, verlieren die St. Galler bestimmt ihren Schwung. Oder dann spätestens in der Winterpause. Oder dann, wenn es drauf ankommt, und man der Belastung nervlich nicht mehr gewachsen ist. Genauso argumentierte man auch im Jahr 2000. Am Ende war der FC St. Gallen Schweizer Meister. Verrückt? Nein, einfach eine Geschichte, wie sie der Fussball schreiben kann. Nicht jedes Jahr, aber so in jedem Dutzendjahr…

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