Ein souveräner Auftakt


Tiflis, das ist ein zähes Pflaster für den Schweizer Fussball – und auch zum Auftakt der Qualifikation zur EURO 2020 machen die Georgier den Schweizern die Wege zu und lassen das Team von Vladimir Petkovic lange leiden. Ricardo Rodriguez‘ Flankenschuss und sein abgefälschter Freistoss sind die beiden einzigen torgefährlichen Szenen der ersten Halbzeit, die ansonsten von einem Schreckensmoment geprägt ist. Fabian Schär und Jemal Tabidze stossen bei einem Luftduell mit den Köpfen zusammen, Schär bleibt benommen liegen, der Georgier Jano Ananidze muss ihm sogar die Zunge wieder zurechtrücken – doch nach ein paar Minuten der Pflege und den entsprechenden Sofortabklärungen auf dem Feld ging es für Schär weiter.

Und das war nicht ganz unwesentlich, denn der Innenverteidiger von Newcastle United sollte in der zweiten Hälfte am Ursprung der beiden Schweizer Tore stehen. Zunächst schlug er einen langen Ball Richtung Strafraum, dort präparierte Breel Embolo den Ball für Steven Zuber, der mit einem überlegten Flachschuss in die rechte Ecke zur Schweizer Führung traf. Zehn Minuten vor dem Ende lief Schär mit dem Ball am Fuss in die gegnerische Platzhälfte, sein präzises Steilzuspiel fand den eingewechselten Albian Ajeti, der zunächst am georgischen Keeper Giorgi Loria scheiterte. Den Abpraller aber konnte Denis Zakaria sicher im Tor unterbringen.

Am Ende stand ein 2:0, das noch Souveränität aussieht. Die Schweizer, die ohne die verletzten Offensivspieler Xherdan Shaqiri und Haris Seferovic und ohne den erkrankten Admir Mehmedi antreten mussten, hatten mit einer Systemumstellung das richtige Rezept für die zweite Halbzeit gefunden und mit dem Sieg eine gute Basis für das erste Spitzenspiel der Gruppe gegen Dänemark gelegt. „Es zeichnet dieses Team aus, dass es auch in neuer Zusammensetzung sehr flexibel in verschiedenen Systemen agieren kann“, resümierte Captain Stephan Lichtsteiner, der nach einer Pause im Herbst sein 105. Länderspiel machte.

Dass sich Fabian Schär in Tiflis durchbiss und zu einem mitentscheidenden Faktor wurde, war die eine Seite der Geschichte. Nach der Rückkehr in die Schweiz entschieden die Teamärzte, dem Innenverteidiger eine Erholungspause zu verschaffen und nahmen ihn aus dem Trainingsbetrieb und strichen ihn aus dem Kader für das Spiel gegen Dänemark.

UEFA EURO 2020, Qualifikation, Gruppe D
Georgien-Schweiz 0:2 (0:0)
23. März 2019, 15.00 Uhr MEZ (18.00 Uhr Ortszeit). – Boris Pachadze National Stadium, Tiflis. – 54 000 Zuschauer. – SR Pawson (Eng). – Tore: 57. Zuber (Embolo) 0:1. 80. Zakaria (Ajeti) 0:2.

Georgien: Loria; Kakabadse, Chotscholawa, Kaschia, Tabidse (62. Kwerkwelia); Kankawa, Kwekweskiri; Kasaischwili, Gwilja, Ananidse (83. Katscharawa); Kwilitaia (73. Lobschanidse).

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Akanji, Rodriguez; Zakaria, Xhaka, Freuler (89. Sow); Embolo (84. Steffen), Gavranovic (61. Ajeti), Zuber. – Nationaltrainer: Vladimir Petkovic.

Bemerkungen: Georgien ohne Tschakwetadse (verletzt); Schweiz ohne Seferovic, Shaqiri und Edimilson Fernandes (alle verletzt) sowie Mehmedi (krank). Nicht eingesetzte Schweizer Ersatzspieler: Mvogo, Omlin; Klose, Benito, Lang, Mbabu, Fassnacht, Elvedi. – Verwarnungen: 70. Kwekweskiri (Foul). 76. Chotscholawa (Foul). 89. Xhaka (Ballwegschlagen). 92. Gwilja (Foul).

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