Drei Tore in neun Minuten


Wie ist das möglich? Das war wohl die meistgestellte Frage am späten Dienstagabend des 26. März, als die Schweizer eine sichere 3:0-Führung in den letzten neun Spielminuten noch aus den Händen gaben und sich die makellose Ausgangslage zum Start in die Qualifikation zur EURO 2020 vermiesten. Ja, wie war das möglich. Es ist ein wenig von allem: Granit Xhaka musste eine Viertelstunde vor Schluss wegen Adduktorenproblemen ausgewechselt werden, die ordnende Hand des Captains fehlte, aber das allein kann es nicht sein. Das 3:0 wog die Schweizer in Sicherheit gewiss, sie waren nicht mehr ganz so konsequent und konzentriert, vor allem nicht in der Defensive. Und ja, sie waren eine Spur zu nachlässig geworden, standen tief am eigenen Strafraum, produzierten zu viele Freistösse von der Seite und Eckbälle, die zwangsläufig für Verwirrung im eigenen Torraum sorgen können.

Und so kam es, dass in nur neun Minuten zwischen dem ersten dänischen Tor und dem fatalen Ausgleich aus einer komfortablen Tabellenführung in der Gruppe D eine Situation entstand, die nicht ganz frei von Brisanz ist. Gruppenerster ist nun statt der Schweiz Irland, das zwar mit Gibraltar und Georgien zwei Pflichtaufgaben minimal mit je einem 1:0 löste, nun aber im Heimspiel am 5. September in Dublin gegen die Schweiz mit breiter Brust antreten und das Team von Vladimir Petkovic unter Druck setzen kann.

Die Schweizer hatten eine starke erste Halbzeit gezeigt. Sie liessen den Dänen nicht viel Raum, sie hielten die Gefahr vom eigenen Tor weg – und es gelang ihnen mit einer Aktion die Führung, die nicht ganz frei von einem Makel war. Nach Rodriguez‘ Schussversuch blockte Albian Ajeti mit dem Rücken zum Tor den Ball klar mit dem Arm ab und legte so für Remo Freuler auf, der in der 19. Minute zu seinem ersten Länderspieltor für die Schweiz kam.

Die zweite Hälfte sah aggressivere, entschlossenere Dänen – und durchaus die eine oder andere Schweizer Unsicherheit. Doch die Tore fielen für die Rot-Weissen, durch einen Distanzschuss von Granit Xhaka und eine kuriose Situation mit Breel Embolo. Das 3:0 schien den Deckel auf diesen Sieg zu legen – aber manchmal kommt es anders…

UEFA EURO 2020, Qualifikation, Gruppe D
Schweiz-Dänemark 3:3 (1:0)
26. März 2019, 20.45 Uhr. – St. Jakob-Park, Basel. – 18 352 Zuschauer. – SR Skomina (Slw). – Tore: 19. Freuler (Ajeti) 1:0. 66. Xhaka (Zuber) 2:0. 76. Embolo (Akanji) 3:0. 84. Zanka (Eriksen) 3:1. 88. Gytkjaer (Poulsen) 3:2. 93. Dalsgaard 3:3.
Schweiz: Sommer; Elvedi, Akanji, Rodriguez (46. Benito); Xhaka (79. Sow); Mbabu, Zakaria, Freuler, Zuber; Embolo, Ajeti (71. Mehmedi).
Dänemark: Schmeichel; Dalsgaard, Kjaer, Zanka, Stryger Larsen; Schöne (70. Höjbjerg), Delaney; Poulsen, Eriksen, Braithwaite; Jörgensen (70. Gytkjaer).
Bemerkungen: Schweiz ohne Edimilson Fernandes, Seferovic, Shaqiri (alle verletzt) und Schär (rekonvaleszent). Nicht eingesetzte Schweizer Ersatzspieler: Mvogo, Omlin; Klose, Lang, Lichtsteiner, Fassnacht. – 49. Tor von Poulsen wegen Offside aberkannt. – Verwarnungen: 38. Jörgensen (Foul). 59. Zakaria (Foul). 91. Akanji (Foul). 94. Embolo (Unsportlichkeit).

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