Die Schweiz aus Topf 2 zur WM 2018


Am 25. Juli 2015 werden in St. Petersburg die Qualifikationsgruppen für die WM 2018 in Russland ausgelost – und gegenüber der letzten derartigen Auslosung vor der WM 2014 in Brasilien ist das Team von Vladimir Petkovic in den Töpfen, die diesem Prozedere zugrunde liegen, um eine Schale nach vorne gerutscht. Statt aus Topf 3 wie beim letzten Mal startet die Schweiz nun aus Topf 2, muss also nur gegen einen Gegner antreten, der in der aktuellen FIFA-Weltrangliste vom 9. Juli 2015 höher eingestuft ist.

Diese FIFA-Weltrangliste zeigt gerade bei dieser Ausgabe, wie verwirrlich sie bisweilen sein kann. Weil die Resultate der WM 2014, die nun länger als 12 Monate zurückliegen, in der Wertung zurückgestuft werden, rutschen einige WM-Teilnehmer markant ab in der Rangliste – die Schweiz etwa fällt vom 11. auf den 18. Rang zurück, Weltmeister Deutschland verlor seine Spitzenposition an Argentinien, das den Vorteil hatte, mit der Copa America jetzt im Juni/Juli eine Kontinentalmeisterschaft zu spielen, deren Resultate höher gewichtet werden. Trotz Niederlage im Final gegen Chile reichte es Messi & Co. also zum Leaderthron in der FIFA-Weltrangliste. Die zwei Siege der Schweizer im Juni gegen Liechtenstein und Litauen fielen hingegen aufgrund der Stärke des Gegners kaum ins Gewicht…

Umso unverständlicher ist es, dass gerade diese Ausgabe der FIFA-Weltrangliste zur Hand genommen wird, um die Töpfe für die WM-Auslosung 2018 zu bestimmen. Die WM 2014 spielt in dieser Einstufung somit nurmehr eine untergeordnete Rolle, was ein wenig seltsam anmutet. Da war die frühere Praxis, die UEFA-5-Jahreswertung zur Hand zu nehmen, weit realistischer, weil sie die Stärke eines Nationalteams nicht nur innerhalb eines Jahres, sondern über einen längeren Zeitraum abbildete. Dass etwa Wales, kein WM-Teilnehmer 2014, nur wegen einer anständigen EURO-Qualifikation plötzlich in Topf 1 landet, ist doch reichlich seltsam.

Aber es bietet der Schweiz natürlich auch die Chance, am 25. Juli 2015 nicht gegen einen der ganz Grossen aus Topf 1 gelost zu werden, dem nicht nur Deutschland, Spanien, Holland, Portugal, England oder Belgien angehören, sondern eben auch die Waliser, Rumänien oder Kroatien. Wie schnell es manchmal gehen kann, zeigen die letzten vier Jahre. Norwegen, für die WM 2018 nurmehr in Topf 4, war bei der Qualifikation zur WM 2014 noch topgesetzt… Zum Vorteil der Schweizer haben die Skandinavier stark an früherer Strahlkraft verloren.

Und so sehen die Auslosungstöpfe für die 52 UEFA-Teilnehmer auf dem Weg zur WM 2018 in Russland aus (Auslosung am 25. Juli 2015, 17.00 Uhr MESZ in St. Petersburg):

Topf 1: Deutschland, Belgien, Holland, Portugal, Rumänien, England, Wales, Spanien, Kroatien

Topf 2: Slowakei, Österreich, Italien, Schweiz, Tschechien, Frankreich, Island, Dänemark, Bosnien & Herzegowina

Topf 3: Ukraine, Schottland, Polen, Ungarn, Schweden, Albanien, Nordirland, Serbien, Griechenland

Topf 4: Türkei, Slowenien, Israel, Irland, Norwegen, Bulgarien, Färöer, Montenegro, Estland

Topf 5: Zypern, Lettland, Armenien, Finnland, Weissrussland, Mazedonien, Aserbaidschan, Litauen, Moldawien

Topf 6: Kasachstan, Luxemburg, Liechtenstein, Georgien, Malta, San Marino, Andorra

Modus: Es werden sieben Sechsergruppen und zwei Fünfergruppen gebildet. Die neun Gruppensieger sind direkt für die WM 2018 in Russland qualifizeirt, die acht besten Gruppenzweiten machen in Playoffs (Hin- und Rückspiel) im November 2017 vier weitere europäische Teilnehmer aus. Russland ist als Gastgeber automatisch qualifiziert.

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