Die grandiose Wende zum 5:2 gegen Belgien


0:2 nach 17 Minuten, 3:2 zur Pause, 5:2 am Ende – die Schweiz schafft gegen Gruppenfavorit Belgien die verrückte Wende, schiesst in der UEFA Nations League 14 Tore, so viele wie kein anderes Team, und zieht als Gruppensieger in die Final Four im kommenden Juni in Portugal ein, wo sie auf den Gastgeber, England und entweder Frankreich oder Holland treffen wird. Eine unglaubliche Fussballgeschichte zum Ende eines verrückten Fussballjahres 2018.

Es beginnt nicht gut in der ausverkauften swissporarena von Luzern. Nico Elvedi lädt mit einem technischen Fehler Thorgan Hazard zum schnellen 0:1 für Belgien ein. Und nach 17 Minuten wird derselbe Spieler zu wenig energisch an seinem Schussversuch ausserhalb des Strafraums gehindert, der letztlich den Weg ins Schweizer Tor findet. 0:2 – kaum einer hätte bei diesem Spielstand noch irgendetwas auf die Schweizer gewettet. Doch dann kommt ihnen nebst der eingeleiteten Systemumstellung mit nur noch drei Verteidigern eine Entscheidung des italienischen Schiedsrichters Daniele Orsato entgegen, der eine Aktion des belgischen Torhüters Thibaut Courtois als Foul am aufgerückten Kevin Mbabu im Fünfmeterraum wertet. Ricardo Rodriguez verwandelt den fälligen Penalty sicher, ein Funken Hoffnung kommt auf.

Die Belgier, ihrer Sache wohl nach dem optimalen Start etwas all zu sicher, wurden defensiv nachlässiger – und den Schweizern gelingt von nun an vieles. Rodriguez zieht eine lange Flanke präzis auf Xherdan Shaqiri, der mit dem Kopf pfannenfertig für Haris Seferovic auflegt. Es sind diese langen Bälle, mit denen die belgische Defensive Mühe bekundet. Und die Standards. Noch vor der Pause gehen die Schweizer in Führung. Einen Eckball der Belgier befreit Granit Xhaka mit dem Kopf aus dem eigenen Strafraum, dann geht es schnell, über Edimilson, Zuber, Seferovic, nochmals Edimilson und schliesslich Seferovic, der direkt trifft. Ein Konter in vier Zügen – und die Wende noch vor der Pause.

Es ist wieder ein Eckball, der die Schweizer in der 62. Minute mit dem 4:2 zum Gruppensieger macht. Shaqiri bringt im zweiten Anlauf die Flanke Richtung Tor drehend ins Zentrum, dort kann ausgerechnet Nico Elvedi mit dem Kopf ins Tor lenken. Noch steht eine halbe Stunde bevor, doch das belgische Feuerwerk blieb aus. Haris Seferovic kann nochmals treffen. Im 50. Länderspiel unter der Führung von Vladimir Petkovic dankt dessen treuster Spieler und erfolgreichster Torschütze mit einem Hattrick. Es ist ein besonderer Abend, für Petkovic, für Seferovic, für das ganze Schweizer A-Nationalteam, das sich vier Tage zuvor nach dem 0:1 gegen Katar noch so harrsche Kritik hatte gefallen lassen müssen. „Wir müssen an der Konstanz arbeiten“, folgerte der Cheftrainer. Doch einen Glanzpunkt zum Jahresende hatte sein Team gesetzt – und damit die Basis für ein aufregendes Fussballjahr 2019, das neben der EM-Qualifikation auch das Final-Four-Turnier vom 5. bis 9. Juni in Portugal bringen wird.

Schweiz – Belgien 5:2 (3:2)

18. November 2018, 20.45 Uhr. – swissporarena, Luzern. – 15 000 Zuschauer (ausverkauft). – SR Orsato (It). – Tore: 2. Thorgan Hazard 0:1. 17. Thorgan Hazard 0:2. 26. Rodriguez (Foulpenalty/Foul an Mbabu) 1:2. 31. Seferovic (Shaqiri) 2:2. 44. Seferovic (Edimilson Fernandes) 3:2. 62. Elvedi (Shaqiri) 4:2. 84. Seferovic (Mbabu) 5:2.

Schweiz: Sommer; Mbabu, Elvedi, Klose, Rodriguez; Xhaka, Freuler (79. Zakaria); Edimilson Fernandes, Shaqiri, Zuber (87. Benito); Seferovic (92. Ajeti). – Nationaltrainer: Vladimir Petkovic.

Belgien: Courtois; Alderweireld, Kompany, Boyata; Meunier (90. Origi), Tielemans, Witsel, Chadli (65. Batshuayi); Thorgan Hazard, Mertens, Eden Hazard.

Bemerkungen: Schweiz ohne Schär (gesperrt), Lichtsteiner, Akanji, Embolo, Djourou, Mehmedi, Bürki (alle verletzt). Nicht eingesetzte Schweizer Ersatzspieler: Mvogo, Omlin; Moubandje, Lacroix, Lang, Oberlin, Fassnacht, Sow, Gavranovic. Belgien ohne De Bruyne, Lukaku, Vermaelen, Vertonghen, Benteke, Dembele (alle verletzt) und Carrasco (abwesend). – 50. Länderspiel der Schweiz unter der Führung von Nationaltrainer Vladimir Petkovic. – 86. Schuss von Eden Hazard an die Querlatte. – Verwarnungen: 38. Xhaka (Foul). 79. Mbabu (Foul). 87. Seferovic (Foul).

 

UEFA Nations League

Liga A, Gruppe 2

Schlussrangliste: 1. Schweiz 4/9 (14:5). 2. Belgien 4/9 (9:6). 3. Island 4/0 (1:13). – Schweiz am Final Four Turnier, Island steigt ab.

Final Four vom 5.-9. Juni 2019 in Porto und Guimaraes (Portugal)

Teilnehmer: Holland, Schweiz, Portugal, England. – Auslosung der Halbfinals am 3. Dezember 2018, 14.30 Uhr, in Dublin. – Terminplan: 5. Juni 2019: Halbfinal 1. – 6. Juni 2019: Halbfinal 2. – 9. Juni 2019: Spiel um Rang 3 und Final um den Sieg in der UEFA Nations League.

Prämien: Die Schweiz verdient als Gruppensieger der Gruppe 2 Liga A eine Prämie von 3 Millionen €. Am Finalturnier sind folgende zusätzlichen Prämien zu verdienen: Rang 1: 4,5 Millionen €. Rang 2: 3,5 Millionen €. – Rang 3: 2,5 Millionen €. – Rang 4: 1,5 Millionen €.

Qualifikation EURO 2020

Die Schweiz ist als Gruppensieger der Liga A in Topf 1 für die Auslosung der Qualifikationsgruppen am 2. Dezember 2018, 12.00 Uhr, in Dublin, gesetzt. Sie wird ausserdem fix in eine der fünf Fünfergruppen (Gruppen A-E) eingeteilt, da die Spieltermine im Fenster 5.-9. Juni 2019 für die Final Four der UEFA Nations League genutzt werden müssen. Deswegen sind die vier Finalisten der UEFA Nations League innerhalb des Topf 1 in einen speziellen „UEFA Nations League Pot“ eingeteilt und werden eine der Gruppen A-D anführen.

Spieltermine Qualifikation EURO 2020

Matchday 1: 21–23 März 2019
Matchday 2: 24–26 März 2019
Matchday 3: 7–8 Juni 2019 (ohne Finalisten UEFA Nations League)
Matchday 4: 10–11 Juni 2019 (ohne Finalisten UEFA Nations League)
Matchday 5: 5–7 September 2019
Matchday 6: 8–10 September 2019
Matchday 7: 10–12 Oktober 2019
Matchday 8: 13–15 Oktober 2019
Matchday 9: 14–16 November 2019
Matchday 10: 17–19 November 2019

Auslosung Playoffs: 22. November 2019
Auslosung Endrunde 2020: 1. Dezember 2019
Play-off semi-finals: 26–28 März 2020
Play-off finals: 29–31 März 2020
Endrunde UEFA EURO 2020: 12 June–12 July 2020

Kommentare sind geschlossen.