Beste Europacup-Saison seit 7 Jahren


Zugegeben, Manchester United gegen Real Madrid, das hat natürlich seinen Reiz. Finalcharakter in der Champions League. Eigentlich gewinnen die Spanier nun die Königsklasse, folgt man der Logik ihres Trainers José Mourinho. Der Finalgegner ist auch schon klar: Borussia Dortmund. Nicht nur von Mourinho im Rahmen der Direktduelle im Herbst geadelt, sondern auch vom Trainer von Schachtjor Donezk, Mircea Lucescu. Der meinte wohl mit dem Hinweis, der Sieger des Duells Dortmund – Donezk würde auch das Finale erreichen, eher seine Mannschaft, doch nach dem 0:3 wird das Freilos nun auf die Borussen übertragen.

Unabhängig aller Weissagungen und Prognosen: die aktuelle Champions League-Saison findet ohne Schweizer Beteiligung statt. Der Schweizer Meister FC Basel war im letzten August an CFR Cluj gescheitert. Das Negativerlebnis war der Anfang vom Ende des Trainers Heiko Vogel. Keine Champions League, das mögen sie in Basel mittlerweile nicht mehr so. Zu schön sind die zauberhaften Sternennächte gegen Europas Elite von Barcelona bis nach München. Aber ist es wirklich schlimm für den Schweizer Fussball, die Liga der Grossen für einmal zu verpassen?

Blickt man auf die aktuelle Europacupsaison, so müsste man, rein arithmetisch betrachtet, sagen: Nein! Denn die Schweizer Clubs legen gerade die beste europäische Saison der letzten sieben Jahre hin. 6,875 Punkte sind es bislang, so viele wie nie mehr seit der Saison 2005/2006 und mehr als während der beiden letzten Champions-League-Kampagnen des FC Basel 2008/2009 und 2011/2012. Und dies ohne die vier Bonuspunkte, die es für die Qualifikation in die Gruppenphase der Champions League noch obendrauf gäbe. Eine starke Saison in der Europa League vermag dieses Handicap also nicht nur zu kompensieren, sondern sogar zu übertreffen.

Markant ist, dass in der laufenden Saison für einmal nicht (fast) nur der FC Basel für die Schweizer Punkte in der Koeffizientenliste besorgt ist, sondern dass 2012/2013 auch der BSC Young Boys in der Gruppenphase der Europa League wertvolle Punkte gesammelt hat. Lieber also zwei gute Europa-League-Performances als eine durchzogene in der Champions League, liesse sich daraus schliessen. Für den Schweizer Fussball ist also rein koeffiziententechnisch wichtiger, dass mehrere Clubs möglichst lange Punkte sammeln, als dass einer einen Höhenflug in die Champions League wagt.

Der aktuell erarbeitete Wert von 6,875 Punkten führte dazu, dass die Schweiz ab der Saison 2014/2015 wieder einen direkten Gruppenplatz in der Champions League für den nationalen Meister zugesprochen erhält. Aber er bedeutet noch viel mehr. Diese Bestmarke der letzten sieben Jahre bleibt nun fünf Saisons lang in der Koeffizientenwertung stehen und verbessert die Ausgangslage zusätzlich. So gesehen ist es nur halb so schlimm, dass die Schweizer Clubs aktuell den Vereinen aus Manchester, Madrid, München oder Dortmund in der Königsklasse nur aus der Distanz folgen dürfen.

 

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