Der Rekordmeister


Also, wie viele Meistertitel hat Marco Streller nun denn? Derjenige von 2015 ist ihm seit dem Sonntag sicher. Ebenso sicher wie die letzten Erfolge in der Sechserserie des FC Basel seit 2010. Dazu kommt noch die Meisterschaft von 2008, die letzte unter Christian Gross. Macht sieben Titel, die ohne jede Diskussion stehen. Damit wäre Marco Streller schon mal auf Augenhöhe mit seinen ehemalign Teamkollegen Scott Chipperfield und Benjamin Huggel sowie den GC-Altmeistern Alfred Bickel, Walter Weiler und Marcel Koller.

Aber da ist natürlich noch mehr beim langen Stürmer, der Ende Saison zurücktritt. Am 11.  Juli 2001 stand er beim NLA-Spiel des FC Basel 1893 gegen den Servette FC für 34 Minuten auf dem Platz. Es war jene Saison, die der FC Basel mit einer 1:8-Niederlage in Sion so niederschmetternd begonnen hatte. Gegen die Genfer wurde der Fehlstart korrigiert, die Basler führten schon nach 18 Minuten 3:0 und so stands auch noch, als Streller für George Koumantarakis aufs Feld geschickt wurde. Das Debüt bleibt nachhaltig in Erinnerung – vor allem, weil Streller in der 90. Minute einen Eckball so unglücklich ablenkte, dass Pascal Zuberbühler ohne Chance blieb. Das Eigentor war jedoch nicht der Grund, warum Streller in der Folge jener Saison keine Minute mehr für den FC Basel spielte. Er sollte beim FC Concordia Basel in der NLB Spielpraxis sammeln. Die 34 Minuten reichen aus, um Streller den Titel, den der FC Basel am Ende jener Spielzeit holen sollte (den ersten des Clubs übrigens nach 22 Jahren…), seitens des FCB ebenfalls anzurechnen.

Und das ist nun halt die Frage. Es gibt dazu kein Reglement und keine wirklich gängige Praxis. Man kann nur aus heutiger Optik heraus zum Schluss kommen, dass jeder auch nur so kleine Beitrag eines Spielers zu einem Meistertitel letztlich anzurechnen ist. Es hätte ja auch sein können, dass ein Spieler mit einem Kreuzbandriss lange Monate ausfällt, am Anfang und am Ende der Saison aber doch dabei war – niemand käme auf die Idee, diesen Titel nicht anzurechnen. Und so erübrigt sich die Frage, ob Streller mit dem FC Basel auch 2004 Schweizer Meister geworden ist. Natürlich ist er es, selbst wenn er in der Winterpause jener Saison den Club Richtung Stuttgart verlassen hatte nach seinen 13 Toren in der Vorrunde. Also hat Streller den Rekord an Meistertiteln eines einzelnen Spielers nicht diese, sondern bereits letzte Saison gebrochen. Nun hat er einen neunten Titel dazugefügt – und ist damit unbestrittener Rekordmeister der Schweiz.

 

9 Meistertitel:
Marco Streller
Schweizer Meister 2002 (nur ein Teileinsatz über 34 Minuten gegen den Servette FC), 2004 (ab 1.1.2004 in Stuttgart), 2008, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 (alle mit FC Basel)

7 Meistertitel:
Alfred Bickel
Schweizer Meister 1937, 1939, 1942, 1943, 1945, 1952, 1956 (alle mit GC)

Walter Weiler II
Schweizer Meister 1927, 1928, 1931, 1937, 1939, 1942, 1943 (alle mit GC)
PS: Walter Weiler hat zudem sagenhafte 10 Cupsiege errungen und ist damit mit 17 Titeln Schweizer Rekordhalter

Marcel Koller
Schweizer Meister 1982, 1983, 1984, 1990, 1991, 1995, 1996 (alle mit GC)

Scott Chipperfield
Schweizer Meister 2002, 2004, 2005, 2008, 2010, 2011, 2012 (alle mit FC Basel)

Benjamin Huggel
Schweizer Meister 2002, 2004, 2005, 2008, 2010, 2011, 2012 (alle mit FC Basel)

6 Meistertitel :

Heinz Hermann
Schweizer Meister 1978, 1982, 1983, 1984 (mit GC), 1987, 1988 (mit Neuchâtel Xamax)

Severino Minelli
Schweizer Meister 1930 (mit Servette), 1931, 1937, 1939, 1942, 1943 (mit GC)

Pascal Zuberbühler
Schweizer Meister 1995, 1996, 1998 (mit GC), 2002, 2004, 2005 (mit FC Basel)

Köbi Kuhn
Schweizer Meister 1963, 1966, 1968, 1974, 1975, 1976 (alle mit FCZ)

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