Constantuso


Im Wallis spielt nun also ein Weltmeister. Gennaro Gattuso. Der Präsident ist stolz, so stolz, dass er den Präsentationstermin seiner neusten Errungenschaft just parallel zu einem Medientermin der Swiss Football League legt, die ihren neuen Titelsponsor, ihr neues Logo und den Spielplan für die Saison 2012/2013 präsentiert.

In der Luzerner swissporarena bleibt man trotz schöner neuer Logowelt auf dem Boden – ein wenig Demut ist angezeigt nach einer schwierigen Saison für die Liga. Beim Stehlunch gibts Bratwürste. Constantin umarmt seinen neuen Mittelfeldmotor nicht in Sion, auch nicht in Martigny, wo das von ihm vor Jahren auf dem Reissbrett konstruierte neue Stadion noch immer nicht steht. Nein, Gattuso kommt nach Montreux, an den Genfersee. Hier, wo sich jedes Jahr die Jazzgrössen der Welt treffen, hier wo einst „Smoke on the water“ lag.

Ob der Nebel auch ins Wallis zieht, ist unwahrscheinlich. Dem Fendant und den Aprikosen ist die Sonne lieber, und wohl auch Gattuso. Der ist zwar nun der grosse Hoffnungsträger und hat schon mal eine Kampfansage lanciert („Wir greifen Basel an“), doch ein Ferrari ist er keiner mehr. Ob er, der in einer gut funktionierenden Mannschaft den Mailänder Pitbull markierte, auch die spielerischen Anlagen zum Leader mitbringt? Vielleicht ist das auch egal, wichtig war Constantin, dass er eine ehrliche Haut mit kerniger Einstellung mitbringt und so gut ins Wallis passt. Ausserhalb würde man diese Attribute eher mit einem Hang zur gepflegten Streitkultur beschreiben. Das bringen beide mit. Und so ist mit Constantuso auch in der neuen Saison für unharmonische Momente gesorgt – auf und neben dem Platz.

 

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