Chöniz im Göpp


Vielleicht hat es noch gar keiner gemerkt. Aber bevor am Wochenende die Achtelfinals im Schweizer Cup ausgerichtet werden, hat der Cup für die Saison 2013/2014 schon begonnen. Das führt etwa zur neckischen Situation, dass der Erstligist FC Köniz, am Sonntag stolzer Gastgeber gegen den FC Zürich im laufenden Wettbewerb, bereits eine erste Runde im übernächsten Cup überstanden hat. Gegen den SV Höngg gab es ein klares 4:0, am 24. März geht es mit einem Duell gegen den FC Wettswil-Bonstetten weiter.

Nun hat diese vorgezogene Vorqualifikation nichts mit dem allgemeinen Trend im Fussball zu tun, grosse Ereignisse möglichst früh festzulegen (wie etwa die WM 2022 in Katar oder die EURO 2020 in verschiedenen Städten), sondern sie hat schlicht praktische Gründe. Bislang mussten die ambitionierten Amateurteams ihre Cupplätze in einem ziemlich gedrängten und hektischen Hochsommerprogramm innerhalb weniger Wochen durchziehen – und nicht selten wars so, dass die erste Luft für die neue Saison nach dem Cupmarathon bereits verpufft war. Dazu kommt, dass in jenen Teams etliche Spieler ferienhalber fehlen, wenns drauf ankommt. Und so kam man zum Schluss, die Qualifikation auf die gesamte Vorsaison zu verteilen. Ein weiterer Vorteil daraus: man weiss frühzeitig und nicht erst Mitte August, wer effektiv am Schweizer Cup teilnehmen wird.

Köniz also ist ganz schön gefordert in diesen Tagen – aber es ist auch ein Verein mit vielen Links zum professionellen Fussball. Im Kader stehen etwa Carlos Varela, Jean-Michel Tchouga, Gabriel Urdaneta, Miguel Portillo, Roman Friedli, Davide Redzepi oder Rafael Schweizer, alles Akteure mit Erfahrung in der Swiss Football League. Trainer ist Bernhard Pulver, ehemaliger Goalie des BSC Young Boys, Spielerscout Richard Wey, der einst für den SFV die Nationalmannschaftsreisen organisierte und selbst Trainer ist, die Medienarbeit macht Charles Beuret, ein Urgestein mit Vergangenheit als Medienchef bei YB.

Da hat sich also einiges angesammelt an Altverdientem, das nun dem Könizer Fussball auf die Sprünge helfen soll. Der Sprung in die 1. Liga ist schon mal gelungen, nun will man vielleicht noch eine Stufe höher klettern. Mit dem FC Grenchen und dem FC Baden stehen zur Winterpause allerdings zwei Clubs vor der Sonne, die auch schon bessere Zeiten erlebt haben. Der Unterschied: im „Göpp“ 2013/2014 haben die Könizer die Grenchner schon rausgehauen. Und im aktuellen Wettbewerb sind sie ohnehin die letzten verbliebenen Fahnenträger der unteren Klassen.

 

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