Ceccaronis Aura


Massimo Ceccaroni ist in Basel eine Kultfigur. Nicht, weil er ein grandioser Techniker und ein perfider Flankengeber war. Doch er hatte sein rot-blaues Herz am richtigen Fleck. Er spielte für den FCB, als er noch Junior war. Er spielte für den FCB, als dieser die schwierigste Zeit seiner Clubgeschichte durchmachte und durch die Nationalliga B tingelte. Er spielte für den FCB, als dieser ins neue Stadion einzog. Doch er schoss nie ein Tor in der obersten Schweizer Spielklasse, auch dann nicht, als sie ihm in Lausanne den Ball auf den Penaltypunkt legten.

Diese Fehlbarkeit kommt an in Basel. Bodenständige Helden, nicht frei von fussballerischen (und vielleicht auch mal menschlichen) Fehlern, aber doch so viel besser als der Durchschnitt. Scott Chipperfield war auch so einer. Ihn haben sie dieses Jahr emotional verabschiedet. Und natürlich Ceccaronis Nachfolger. Reto Zanni (in Basel ein Fussballgott wie Oliver Kreuzer) und Markus Steinhöfer (eine Legende seit seinem Schuss an die Querlatte des eigenen Tores gegen Manchester United) spielten und spielen auch rechts hinten, auch ihnen gelingt nicht jede Flanke, aber sie lassen sich nicht aufhalten.

Ceccaroni ist nach seinem Rücktritt nicht untätig geblieben. Er nahm den Basler Quartierverein BSC Old Boys. Und er tat dies erfolgreich. Er stieg von der 2. Liga regional in die 2. Liga interregional auf, dann in die 1. Liga. Nun ist er wieder aufgestiegen, im doppelten Sinn. Mit OB gelang ihm der Sprung in die neue 1. Liga Promotion, beruflich steigt er zum Nachwuchschef des FC Basel auf. Das ist ein Knochenjob, mit viel Kommunikations- und Administrationsbedarf. Zum Flankentraining wirds zeitlich wohl nicht reichen. Aber das ist möglicherweise besser so.

 

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