Séchehaye, Frank


Alias: "Frankie"
Geburtstag: 3. November 1907
Todestag: 13. Februar 1982
Position: Torhüter
Nationalmannschaft: Erstes Länderspiel: 17. April 1927 gegen Spanien in Santander (0:1)
Letztes Länderspiel: 10. November 1935 gegen Ungarn in Budapest (1:6)
Länderspiele: 37
WM-Teilnahmen: 1934
Olympia Teilnahmen: 1928
Stationen: 1921-1923 FC Thônex
1923-1929 Etoile Carouge
1929-1931 Club Français Paris/Fr
1931-1934 Servette FC
1934-1937 Lausanne-Sports
1937-1938 Forward Morges (Spielertrainer)
Erfolge: Schweizer Meister, 1933, 1934 (mit Servette), 1935, 1936 (mit Lausanne)
Schweizer Cupsieger 1935 (mit Lausanne); weitere Finalteilnahmen 1934 (mit Servette), 1936 (mit Lausanne; ohne Einsatz)
Französischer Cupsieger 1931
  • Frank Séchehaye wurde zwar in Genf geboren, verbrachte aber einen Grossteil seiner Kindheit als Sohn eines missionierenden Arztes in Moçambique. Erst mit 14 Jahren kam er in die Schweiz zurück und schloss sich dem FC Thônex an
  • Später wechselte er zu Etoile Carouge in die dreigeteilte Serie A und debütierte mit 16 Jahren. Ein Jahr später schon zählte er zum Kreis der Nationalmannschaft, musste aber bis zum 17. April 1927 warten, ehe er in Santander gegen Spanien sein Debüt auf dem Platz geben konnte. Seine Leistung beim 0:1 war so eindrücklich, dass sein spanischer Kontrahent Ricardo Zamora, der damals stärkste Torhüter der Welt, nach dem Schlusspfiff über das ganze Spielfeld lief, um Séchehaye zu gratulieren. Er stellte den jungen Genfer sogar dem in der Ehrenloge sitzenden spanischen Thronfolger vor
  • Séchehaye war ein detailbessener Ästhet. Im elterlichen Garten hatte er einen Graben ausgehoben, über den er jeweils hechtete, um seine Sprungkraft zu verbessern. Ausserdem perfektionierte er das Stellungsspiel. Er gehörte zu den frühen mitspielenden Torhütern und verstand es, die gegnerischen Stürmer mit Körpertäuschungen zu verwirren und die eigenen Mitspieler mit starken Auswürfen in Szene zu setzen. Er feilte, fast schon mit wissenschaftlicher Akribie, an seiner Technik und seinem Spielstil und galt noch Jahrzehnte später als Vorbild für Torhüter in der Schweiz
  • Auch in Sachen Kleidung überliess er nichts dem Zufall. Seine eleganten Paraden führte er mit einer weit ins Gesicht gezogenen Dachmütze, einem schwarzen Rollkragenpullover und einem weissen Band um die Taille durch.
  • 1928 hütete er das Schweizer Tor am Olympischen Fussballturnier in Amsterdam. Das Team des Deutschen Reichs erwies sich jedoch beim 4:0 als zu stark.
  • Auf die Saison 1929/30 hin wechselte er zu CF Paris nach Frankreich und holte sich dort auf Anhieb die Pariser Meisterschaft. Mit einem 3:0-Finalsieg gegen Sports Olympiques Montpelliérains holte sich Séchehaye ein Jahr später, am 3. Mai 1931, den französischen Cup. Während den zwei Jahren in Frankreich spielte er nicht mehr in der Schweizer Nationalmannschaft
  • Danach folgte er dem Ruf von Karl Rappan und hütete fortan das Tor des Servette FC. 1933 und 1934 wurde er mit den Genfern Schweizer Meister, 1934 stand er zudem im Cupfinal, der gegen GC mit 0:2 verloren ging. Es war die Generation eines grossen Servette, bei dem Karl Rappan als Verteidiger noch selbst mitspielte und Leopold Kielholz vorne Tore am Laufmeter schoss
  • Im selben Jahr reiste Séchehaye als Nationalkeeper mit der Schweiz erstmals zur WM-Endrunde nach Italien. Die Schweiz gewann im Achtelfinal gegen Holland überraschend mit 3:2, unterlag dann aber im Viertelfinal der Tschechoslowakei 2:3. Im Mittelpunkt standen die beiden Keeper, Séchehaye und der Tscheche Frantisek Planicka. Kein Zweifel, Séchehaye, gehörte in seiner Zeit zu Europas stärksten und charismatischsten Torhütern
  • Nach der WM schloss sich Séchehaye Lausanne-Sports an und wurde mit dem Team zweimal in Folge Schweizer Meister. Er schaffte es demnach, viermal in Folge, zweimal mit Servette und zweimal mit Lausanen, den Titel zu holen
  • Ende 1935, nach einem 1:6 gegen Ungarn in Budapest, trat er aus der Nationalmannschaft zurück
  • Am 22. Dezember 1936 zog sich Séchehaye im Spiel gegen den FC La Chaux-de-Fonds eine schwere Meniskusverletzung zu und konnte bis zum Ende der Spielzeit nicht mehr auflaufen. Ohne ihren Rückhalt rutschten die Lausanner auf Rang 8 der Liga ab und verloren den Cupfinal gegen GC gleich mit 0:10.
  • In der Saison 1937/38 wollte er als Spielertrainer des FC Forward Morges noch einmal einen Anlauf nehmen, doch die chronischen Kniebeschwerden zwangen ihn zum Karriereende
  • Später betätigte sich Séchehaye als Trainer bei Lausanne-Sports (1942/43 und 1961/62), Servette (1958/59) und den FC Sion (1959-1961). Er betätigte sich auch als Torhütertrainer im Nachwuchs und gilt als Entdecker und Förderer des späteren Schweizer Nationalgoalies Erich Burgener.
  • Séchehaye führte daneben ein Restaurant in Lausanne und betätigte sich als Autorennfahrer. Im April 1949 fuhr er beim Grossen Preis von San Remo einen Maserati.