Lara Dickenmann – die Frau der Rekorde


Mit ihrem 130. Länderspiel wurde Lara Dickenmann alleinige Schweizer Rekordnationalspielerin und löst damit Martina Moser ab. Ihr 50. Länderspieltor – auch das gemeinsam mit Ana Maria Crnogorcevic eine Rekordmarke – war ein äusserst wichtiges: nach dem 1:0 gegen Schottland steht die WM-Tür für die Schweiz weit offen.

Lara Dickenmann wartete lange, sie hatte etwas Raum gefunden nahe der Sechzehnmeterlinie. Dann fand sie die Lücke und schoss flach in die linke Ecke. Es war das goldene Tor für die Schweiz im WM-Qualifikationsspiel gegen Schottland, den wohl stärksten Widersacher in dieser Gruppe 2. Für Dickenmann war der Treffer gleich dreifacher Anlass zum Jubel. Es war ihr 50. Tor in ihrem 130. Länderspiel – und sie steht nun in beiden Rekordlisten an der Spitze. Sie ist alleinige Rekordnationalspielerin und, gemeinsam mit Ana Maria Crnogorcevic, auch Rekordtorschützin.

An diesem stimmungsvollen Abend vor 2500 gut gelaunten Zuschauern im schmucken Schaffhauser Lipo-Park war Dickenmann für die Entscheidung verantwortlich – aber sie war auch Teil eines gut harmonierenden und geschickt agierenden Schweizer Teams. Nach dem Führungstreffer gab es gleich zwei Grosschancen zum Ausbau, die Schweizerinnen, die sich als kompaktes und entschlossenes Team präsentierten, hatten die Lage im Griff.

Sie zogen sich in der zweiten Halbzeit etwas mehr zurück und überliessen den Schottinnen das Spieldiktat. Diese wussten nicht viel damit anzufangen, denn bei aller Passqualität fehlte ihrem Spiel über weite Strecken die Tiefe. Gefährliche Situationen gab es nur selten, meistens bei Standards. Ein bisschen zittern mussten die Schweizerinnen nur ganz zum Schluss der Nachspielzeit. Ein Eckball fiel Gaëlle Thalmann etwas glückhaft in die Hände. Dann war Schluss – und das Signal war ausgesendete. Die Schweiz bleibt makelloser Tabellenführer und kann nun den drei noch ausstehenden Auswärtsspielen gegen Weissrussland (12. Juni), Schottland (30. August) und Polen (4. September) einigermassen gelassen entgegensehen. Die Tür zur WM 2019, die vom 7. Juni bis 7. Juli in Frankreich stattfinden wird, steht jedenfalls einen weiteren Spalt breiter offen.

 

FIFA Women’s World Cup 2019, Qualifikation, Gruppe 2
Schweiz – Schottland 1:0 (1:0)
5. April 2018, 19.00 Uhr. – Lipo-Park, Schaffhausen. – 2504 Zuschauer. – SR Zadinova (Tsch). – Tor: 32. Dickenmann 1:0.
Schweiz: Thalmann; Crngorcevic, Kiwic, Bühler, Maritz; Lehmann (67. Widmer), Wälti, Dickenmann, Aigbogun (85. Rinast); Bachmann, Calligaris (62. Reuteler). – Nationaltrainerin: Martina Voss-Tecklenburg.
Schottland: Alexander; Howard, Corsie, Beattie; Evans (90. Brown), Little, Weir, Lauder (76. Emslie), Mitchell; Cuthbert, Ross.
Bemerkungen: Schweiz ohne Bernauer, Kuster, Mauron, Terchoun, Stierli, Melanie Müller, Fasel (alle verletzt), Studer, Ramseier, Caroline Müller, Mégroz, Calo, Hurni (nicht im 18er-Matchkader). Nicht eingesetzte Schweizer Ersatzspielerinnen: Friedli; Jana Brunner, Zehnder, Ismaili. – Ana Maria Crnogorcevic vor Anpfiff von SFV-Präsident Peter Gilliéron für ihr 100. Länderspiel am 5. März und ihr 50. Länderspieltor (Rekord) am 2. März 2018 geehrt. Lara Dickenmann wird mit ihrem 130. Länderspiel alleinige Schweizer Rekordnationalspielerin und schliesst mit ihrem 50. Länderspieltor zu Rekordtorschützin Crnogorcevic auf. 75. Länderspiel von Lia Wälti.- 35. Evans rettet nach Kopfball Kiwics auf der Torlinie. – 46. Schuss Bachmanns an den Torpfosten. – Keine Verwarnungen.

 

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