Erinnerung an das dunkle Espenmoos 2002


Montagabend, 13. März 2017, Stadion Brügglifeld Aarau. 26 Sekunden sind gespielt, plötzlich wird es dunkel. Die Flutlichtanlage, die schon eine Viertelstunde vor Anpfiff einmal ausgefallen war, gibt endgültig den Geist auf. Eine Fehlfunktion der Transformatoren habe zu Stromausfällen geführt, erklärte Aaraus Präsident Alfred Schmid, der als gelernter Elektriker höchstselbst darum bemüht war, den Schaden zu beheben. Vergeblich. Das Spiel der Challenge League zwischen dem FC Aarau und dem FC Zürich muss definitiv abgebrochen werden. (Vor)Schnell wird vermeldet: 0:3 Forfait für den FC Zürich. Doch ganz so einfach ist die Lage nicht.

Rückblende um 15 Jahre und ein paar Tage. 6. März 2002, Stadion Espenmoos St. Gallen. Gastspiel des FC Basel beim FC St. Gallen. Ausverkauftes Haus. Doch eine Stunde vor Anpfiff ist nur das halbe Stadion beleuchtet, an ein Spiel ist so nicht zu denken. Grund: nur die Hälfte der Beleuchtung war an das Stromnetz der Stadtwerke angeschlossen, der andere Teil wurde durch einen Dieselgenerator betrieben. Der Generator gab seinen Geist auf und mit ihm die nun kraftlosen Scheinwerfer. 45 Minuten warten Teams, Zuschauer und Schiedsrichter Carlo Bertolini auf Besserung. Vergeblich. Alle müssen unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Auch hier wird rasch von einem Forfait für den FC Basel gesprochen. Doch es kommt anders. Zehn lange Tage dauert es bis zum Urteil der damaligen Nationalliga-Instanzen. Man hatte eigens eine Expertise eines neutralen Fachmanns eingeholt. Die NL entschied aufgrund von „höheher Macht“ auf eine Neuansetzung des Spiels. Weitere zwei Tage danach war auch ein neues Datum gefunden. Am 4. April 2002 gewann der FC Basel 3:1 – erstmals unter Trainer Christian Gross auf dem Espenmoos – und legte so die Basis, um einige Wochen später den ersten Meistertitel nach 22 Jahren zu feiern.

Das zumindest wäre ein gutes Omen für den nun betroffenen Gastclub FC Zürich. Er könnte in einem Wiederholungsspiel, das aufgrund der historischen Zusammenhänge im Grunde nun auch für den „Fall Aarau“ die sinnvollste Entscheidung der Swiss Football League wäre, die Basis für den späteren Aufstieg in die Super League legen.

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