Der Helvetia Schweizer Cup 2016/2017 ist in Bubendorf lanciert worden


Zum Auftakt des Helvetia Schweizer Cups 2016/2017 fand sich Mitte August viel Schweizer Fussballprominenz beim Zweitligisten FC Bubendorf ein, der den Kickoff gegen Zug 94 nach guter Gegenwehr mit 1:2 nur knapp verlor. Gedanken von fünf Persönlichkeiten zum Cup.

 

Vladimir Petkovic, Nationaltrainer Schweiz

«Nur schon das Erlebnis, gegen einen höherklassigen Gegner zu spielen, entschädigt die Amateure für ihren Aufwand, den sie für den Fussball neben ihrer Arbeit betreiben. Sie brauchen in solchen Spielen keine zusätzliche Motivation, für sie ist es oft eine Gelegenheit, die sie nur einmal in ihrem Fussballerleben erhalten. Es ist ein Erlebnis, eine Herausforderung und oft passiert es ja, dass die grossen Clubs die kleineren etwas unterschätzen. Ein Trainer in den unteren Ligen kann bei solchen Gelegenheiten seinen Stempel aufsetzen. Mir ist das mit Malcantone Agno gelungen oder auch mit der AC Bellinzona, mit der wir 2008 im Cupfinal beim FC Basel stehen durften. Cupspiele sind durchaus zu vergleichen mit den Auftritten, die ich als Nationaltrainer mit meinem Team habe. Es gilt, einige wenige wichtige Punkte für ein einziges Spiel herauszuarbeien und es gibt allzuoft nur diese eine Chance, die sich nicht wiederholt.»

 

Peter Gilliéron, Präsident Schweizerischer Fussballverband

«Ich hatte das grosse Vergnügen am Vorabend des ersten Spiels im Helvetia Schweizer Cup zwischen dem FC Bubendorf und Zug 94 den Supercup-Final in Trondheim zwischen Real Madrid und dem FC Sevilla zu verfolgen. Diese Partie zeigte die ganze Faszination eines K.o.-Spiels. Real Madrid kam erst in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit zum 2:2-Ausgleich und konnte in der Verlängerung noch mit 3:2 gewinnen. Das macht ein Cupspiel aus. Ich wünsche mir auch in der Schweiz wieder etwas mehr saftige Überraschungen, denn diese sind letztlich ja das reizvollste in diesem Wettbewerb.»

 

Philipp Gmür, Vorsitzender Geschäftsleitung Helvetia Schweiz, Titelsponsor

«Der Schweizer Cup ermöglicht uns, dort zu sein, wo unsere Kunden zu Hause sind. Er bietet faszinierenden Sport nicht nur in den grossen Städten, sondern eben auch auf dem Lande. Der Schweizer Cup ist der älteste Fussballwettbewerb der Schweiz, der heute noch so existiert. Das passt gut zur Tradition der Helvetia, die seit 150 Jahren tätig ist. Der Fussball bietet uns eine gute Plattform für die Sommermonate, im Wintersport ist die Helvetia seit vielen Jahren bereits stark engagiert. Am Cup selbst fasziniert mich die Spannung von Duellen zwischen einem Aussenseiter und dem scheinbar übermächtigen Gegner. Es gibt in einem Cupspiel keine zweite Chance.»

 

Daniel Wermelinger, Ex-FIFA-Schiedsrichter

«Als Schiedsrichter spürt man die besondere Spannung in einem Cupspiel, wenn der Favorit nach 60 Minuten sich noch nicht entscheidend absetzen konnte. Für viele Refs ist es eine Art des Nachhausekommens, denn alle Schiedsrichter haben in den unteren Ligen begonnen, auf Feldern ohne Tribünen und wenigen Zuschauern. Solche Cupduelle sind auch für den Schiedsrichter besondere Momente, und für die veranstaltenden Clubs Feste und ein Dankeschön. Ich durfte im Cup viele Highlights erleben, pfiff auch jenen Halbfinal, den Belllinzona gegen xx für die Finalqualifikation für sich entscheiden konnte. Und ich durfte 2012 jenen Final zwischen Basel und Luzern (5:3 im Penaltyschiessen) leiten, bei dem Yann Sommer mit seinen Zungenspielen auffiel. Doch ich hatte das in meiner Konzentration gar nicht mitbekommen…»

 

Martin Andermatt, Fussballtrainer

«Ich hatte das grosse Glück, mit den Grasshoppers zwischen 1988 und 1990 gleich dreimal in Folge den Schweizer Cup zu gewinnen. Ich erinnere mich jedoch an eine Ansprache von Trainer Kurt Jara vor der Verlängerung im Halbfinal gegen Etoile Carouge, der uns damit drohte, jeden einzelnen Spieler von uns zu erwürgen, falls wir als Verlierer vom Platz gehen würden. Zum Glück kam es dann nicht soweit… Einen Kübel zu stemmen, gehört zu den grossen Momenten jeder Fussballerkarriere – und heutzutage bildet der Schweizer Cup einen Weg, über sechs Spiele auf relativ kurzem Weg auf die europäische Bühne zu gelangen. Das macht die Faszination aus, doch mir war stets auch wichtig, ob als Spieler oder Trainer, den kleineren Vereinen in diesem Wettbewerb immer mit grossem Respekt gegenüberzutreten.»

 

Die Sechzehntelfinals im Helvetia Schweizer Cup (17./18. September 2016):

00.00 FC Seuzach (1.) – Grasshoppers Club Zürich (SL)
00.00 Neuchâtel Xamax FCS (ChL) – FC Sion (SL)
00.00 FC Gunzwil (2.) – FC Lugano (SL)
00.00 FC Köniz (PL) – Lausanne-Sport (SL)
00.00 FC Le Mont (ChL) – FC St. Gallen (SL)
00.00 Zug 94 (1.) – FC Basel 1893 (SL)
00.00 FC Ticino (2.i.) – FC Luzern (SL)
00.00 FC Bazenheid (2.) – BSC Young Boys (SL)
00.00 AC Bellinzona (1.) – FC Zürich (ChL)
00.00 Azzurri 90 LS (1.) – SC Kriens (PL)
00.00 FC Chiasso (ChL) – FC Wohlen (ChL)
00.00 SC Binningen (2.i.) – SC Brühl SG (PL)
00.00 FC Iliria (2.i.) – FC Schaffhausen (ChL)
00.00 FC Breitenrain (PL) – FC Aarau (ChL)
00.00 AS Calcio Kreuzlingen (2.) – FC Tuggen (PL)
00.00 Stade Lausanne-Ouchy (1.) – FC Winterthur (ChL)

 

 

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